____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Sorben
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Die Sorben (obersorbisch Serbja, niedersorbisch Serby, vor allem in der Niederlausitz auf Deutsch auch Wenden, deutsch veraltet bzw. in den slawischen Sprachen bis heute Lausitzer Serben) sind eine westslawische Ethnie, die vorwiegend in der Lausitz im Üstlichen Deutschland lebt. Zu ihr gehÜren die Obersorben in der sächsischen Oberlausitz und die Niedersorben/Wenden in der Niederlausitz in Brandenburg, die sich sprachlich und kulturell unterscheiden. Die Sorben sind in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt. Sie haben neben ihrer Sprache eine offiziell anerkannte Flagge und Hymne. Sorben sind in aller Regel deutsche StaatsangehÜrige.
Im Mittelalter siedelte ein gleichnamiger Stamm zwischen Saale und Mulde. Er ist mit den Vorfahren der heutigen Sorben â Lusizern und Milzenern â nicht identisch, jedoch wird der sĂźdliche Teil der elbslawischen Stämme aufgrund der sprachlichen Verwandtschaft generell als âSorbischâ zusammengefasst.
Contents
⢠Siedlungsgebiet
⢠Religion
⢠Institutionen
⢠Domowina
⢠Domowina-Verlag
⢠Medien
⢠Kultur
⢠Literatur
⢠Bildende Kunst
⢠Musik
⢠Theater
⢠Folklore
⢠Subkultur
⢠Geschichte
⢠19. Jahrhundert
⢠Literatur
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Allgemein
⢠Medien
⢠Literatur
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Sprache und Siedlungsgebiet
Siedlungsgebiet
â
Hauptartikel
:
Sorbisches Siedlungsgebiet
Nach offiziellen Angaben gibt es rund 60.000 Sorben.cite-ref-1[1] Diese Zahlen beruhen auf Hochrechnungen aus den 1990er Jahren. Auf Grundlage der Selbstzuschreibung wurden dabei 45.000 bis 50.000 und auf Basis der aktiven Sprachkenntnis circa 67.000 Sorben ermittelt.cite-ref-2[2] Davon leben etwa zwei Drittel in der sächsischen Oberlausitz, vorwiegend im katholischen Dreieck zwischen den Städten Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda (in den fĂźnf Gemeinden am Klosterwasser sowie in der Gemeinde Radibor und Teilen der Gemeinden GĂśda, Neschwitz, Puschwitz und in der Stadt Wittichenau). Im amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen liegt der Anteil der Sorben schätzungsweise bei durchschnittlich 12 % und beträgt an der GesamtbevĂślkerung Sachsens etwa 0,9 %. Ein Drittel lebt in der Niederlausitz, vorwiegend zwischen Senftenberg im SĂźden und LĂźbben im Norden, wobei 90 % davon in dem Landkreis Spree-NeiĂe und der kreisfreien Stadt Cottbus leben. In den deutsch-sorbischen Teilen der Kreise in Brandenburg liegt der Anteil der Sorben schätzungsweise bei durchschnittlich 7 % und beträgt an der GesamtbevĂślkerung Brandenburgs etwa 0,8 %.cite-ref-3[3]
Noch in den 1880er Jahren umfasste das Kernsiedlungsgebiet grĂśĂere Gebiete sĂźdlich und Ăśstlich von Bautzen (bis Kirschau, Oelsa und Bad Muskau) sowie nĂśrdlich von Cottbus, in denen die Sprache heutzutage nicht mehr oder kaum gesprochen wird.
Auch Ăśstlich der NeiĂe, auf heutigem polnischen Staatsgebiet, lebten bis ins 20. Jahrhundert hinein Sorben. Das Zentrum ihrer Kultur und Sprache zur deutschen Zeit war die Stadt Sorau (sorbisch Ĺ˝arow, heute polnisch Ĺťary). Bis ins 18. Jahrhundert trugen die Frauen und Mädchen die traditionelle sorbische Sorauer Tracht, jedoch wurde das Sorbische immer mehr durch die damalige preuĂische Politik benachteiligt oder sogar unterdrĂźckt. Daraus und aus natĂźrlich ablaufenden Assimilationsprozessen resultierte, dass sich 1843 bis 1849 noch ca. 4â5 % der Sorauer BevĂślkerung als Sorben bezeichneten, jedoch nur ca. 1â2 % im Jahr 1890 und 1905 sogar nur noch 0,1 %.cite-ref-4[4] Heute ist die Sprache der BevĂślkerung fast ausschlieĂlich Polnisch, wenige haben Deutsch als Muttersprache. Die damalige sorbische BevĂślkerung wurde germanisiert und am Ende des Zweiten Weltkriegs zum grĂśĂten Teil vertrieben, da sie deutsche StaatsangehĂśrige waren. Die wenigen in Polen verbliebenen Sorben wurden in das polnische Volk assimiliert.
Sorbische Sprache
â
Hauptartikel
:
Sorbische Sprache
Von der sorbischen Sprache existieren zwei Schriftsprachen (Standardvarietäten), Obersorbisch (hornjoserbĹĄÄina) und Niedersorbisch (dolnoserbĹĄÄina), jedoch wird meistens zwischen Niedersorbisch, Obersorbisch und der Gruppe der dazwischenliegenden Grenzdialekte unterschieden. Die niedersorbische Sprache ist akut vom Aussterben bedroht. Während das Obersorbische dem Tschechischen und Slowakischen näher steht, ist das Niedersorbische dem Polnischen ähnlicher.cite-ref-sewc2-5-0[5]
Nach Schätzungen sorbischer Institutionen (Domowina, Sorbisches Institut) gibt es heute 20.000 bis 30.000 aktive Sprecher beider sorbischer Sprachen; anderen Hochrechnungen zufolge hat das Niedersorbische 7.000 aktive Sprecher und das Obersorbische etwa 15.000. Der Kern des obersorbischen Gebiets, in dem das Sorbische Alltagssprache ist und von der groĂen Mehrheit der BevĂślkerung genutzt wird, sind dabei die Gemeinden Crostwitz, Ralbitz-Rosenthal, Panschwitz-Kuckau, NebelschĂźtz und Räckelwitz sowie Teile der angrenzenden Gemeinden Neschwitz, Puschwitz und GĂśda. Ein weiteres Zentrum ist die Gemeinde Radibor. In der Niederlausitz kann von einem stabilen Kerngebiet in dieser Form nicht mehr gesprochen werden. Die meisten Niedersorbisch-Muttersprachler findet man jedoch in den Gemeinden zwischen dem Spreewald und Cottbus.cite-ref-6[6]cite-ref-elle2010-7-0[7]
Eine Studie des Jahres 2024 schätzt die Zahl der niedersorbischen Sprecher auf kompetentem Niveau zwischen 50 und 100 ein.cite-ref-8[8]
In einem Streifen von Bad Muskau im Osten Ăźber Schleife bis nach Hoyerswerda im Westen werden Ăbergangsdialekte gesprochen, die sogenannten Sorbischen Grenzdialekte. Sie unterscheiden sich von beiden Standardsprachen teils erheblich.
Sorbische Emigration
Aufgrund der vorherrschenden Armut in den ländlichen Gebieten des Deutschen Bundes Mitte des 19. Jahrhunderts kam es auch in der Lausitz zu einer Abwanderung kleinerer sorbischer BevÜlkerungsteile.
Eine Gruppe von Ăźber 500 Sorben unter der FĂźhrung des evangelisch-lutherischen Pfarrers Jan Kilian segelte 1854 auf dem Schiff âBen Nevisâ nach Galveston. Sie grĂźndeten später die Siedlung Serbin im texanischen Lee County nahe Austin. Zwei Drittel der Emigranten stammten dabei aus dem preuĂischen, ein Drittel aus dem sächsischen Teil der Oberlausitz, darunter ca. 200 Sorben aus der Umgebung Klittens. Bis in die 1920er Jahre hielt sich die sorbische Sprache, eine Variante des Obersorbischen, die zuerst vom Deutschen, später vom Englischen stark beeinflusst wurde. FrĂźher wurden in Serbin auch Zeitungen auf Sorbisch verĂśffentlicht. Heute befindet sich in der ehemaligen sorbischen Schule von Serbin das Texas Wendish Heritage Museum, das Ăźber die Geschichte der Sorben in den USA berichtet. Nachfahren dieser Auswanderer grĂźndeten 1926 in der texanischen Hauptstadt Austin die Concordia-Universität Texas.cite-ref-heinsohn-9-0[9]cite-ref-10[10]
Weitere sorbische Siedlungen â Ăźberwiegend gemeinsam mit deutschen Auswanderern â gab es in verschiedenen Gebieten Australiens, vor allem im SĂźden Australiens. In den Jahren 1848 bis 1860 kamen die meisten Sorben, etwa 2000 in 400 Familien, ein groĂer Teil von ihnen mit den Schiffen âPribislawâ und âHeleneâ (Tarrington und Gnadenthal). Auch in Australien wurde die sorbische Sprache stark vom Deutschen beeinflusst, da die Sorben wegen fehlender Englischkenntnisse meist in die deutsch geprägten Regionen Australiens zogen. Die letzte Nachkommin der sorbischen Einwanderer, welche die Sprache noch beherrschte, starb 1957 in Sevenhill.cite-ref-11[11]cite-ref-heinsohn-9-1[9]
Religion
Die meisten Sprecher des Obersorbischen sind heutzutage katholischer Konfession. UrsprĂźnglich war die Mehrzahl der Sorben noch bis ins 20. Jahrhundert evangelisch-lutherisch (86,9 % im Jahr 1900),cite-ref-12[12] nur die Sorben des Kreises Kamenz â angesiedelt Ăźberwiegend auf dem ausgedehnten ehemaligen Grundbesitz des Klosters St. Marienstern â waren zu 88,4 % Katholiken. In der Niederlausitz lag deren Anteil dagegen durchweg unter einem Prozent. Aufgrund des schnelleren Sprach- und Identitätsverlustes unter der evangelischen sorbischen BevĂślkerung â insbesondere in der DDR-Zeit â hat sich das Konfessionsverhältnis unter den Sorbischsprechern der Region heute umgekehrt.
Die unterschiedliche Entwicklung des Sprachverhaltens im katholischen bzw. evangelischen Sorbentum ist zum einen auf die unterschiedliche Struktur der Kirchen zurĂźckzufĂźhren. Während es sich bei der evangelischen Kirche um eine Landeskirche handelt (wobei die Landesherren der sorbischen BevĂślkerung immer deutschsprachig waren), ist die katholische Kirche in ihrer ultramontanen Ausrichtung auf den Vatikan seit jeher transnational.cite-ref-13[13] Die grĂśĂere Staatsnähe der evangelischen Kirche sollte sich besonders mit der in der Niederlausitz seit dem 17. Jahrhundert betriebenen Germanisierungspolitik negativ auf das sorbische Sprachgebiet auswirken. Zum anderen herrschte in der katholischen Kirche eher die Meinung vor, dass die Muttersprache als gĂśttliches Geschenk zu betrachten sei, welches abzulegen SĂźnde wäre. So erklärt sich der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt betonte auĂergewĂśhnlich enge Zusammenhang zwischen Katholizismus und Sorbentum, der bis in die heutige Zeit besteht.cite-ref-14[14]
Die katholischen Gemeinden stellen heute den Kern des verbliebenen Mehrheitsgebietes dar, während in den evangelischen Gebieten im Osten und Norden die Sprache zumeist verschwunden ist. Während in der westlichen Oberlausitz insbesondere die jahrhundertelange Verbundenheit der Sorben zur katholischen Kirche maĂgeblich zum Erhalt der sorbischen Muttersprache beigetragen hat, zeigte in der Niederlausitz die evangelische Kirche vor und nach 1945, trotz allgemeiner FĂśrderung der Sorben in der DDR, kein Interesse, die sorbische Sprache im kirchlichen Leben zu pflegen. Erst seit 1987 gibt es auf Initiative einiger Niedersorben wieder regelmäĂigen wendischen Gottesdienst.
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt es zudem einen nennenswerten Anteil konfessionsloser Sorben.
Institutionen
Domowina
Die 1912 gegrĂźndete zentrale Interessenvertretung Domowina (ein sorbischer poetischer Ausdruck fĂźr âHeimatâ, voller Name Domowina â Zwjazk ĹuĹžiskich Serbow z. t., Domowina â Bund Lausitzer Sorben e. V.) ist der Dachverband von Ortsgruppen, fĂźnf Regionalverbänden sowie zwĂślf Ăźberregional wirkender sorbischer Vereine,cite-ref-16[16] mit insgesamt ca. 7.300 Mitgliedern,cite-ref-stiftung-gef-rderte-einrichtungen-17-0[17] wobei jene, die in mehreren Mitgliedsvereinen organisiert sind, auch mehrfach gezählt werden.
Stiftung fĂźr das sorbische Volk
Die Stiftung fĂźr das sorbische Volk (ZaĹoĹžba za serbski lud) soll als gemeinsames Instrument des Bundes und der beiden Länder Brandenburg und Sachsen die Bewahrung und Entwicklung, FĂśrderung und Verbreitung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen als Ausdruck der Identität des sorbischen Volkes unterstĂźtzen.
Sie wurde 1991 per Erlass zunächst als nichtrechtsfähige Stiftung des Üffentlichen Rechts in der evangelischen Kirche von Lohsa gegrßndet.cite-ref-stiftung-geschichte-18-0[18] Unter Berßcksichtigung, dass das sorbische Volk jenseits der Grenzen der BRD keinen Mutterstaat besitzt und gestßtzt auf die in der Protokollnotiz Nr. 14 zu Art. 35 des Einigungsvertrages erklärte Verpflichtung der Bundesrepublik gegenßber dem sorbischen Volk wurden so die materiellen Rahmenbedingungen geschaffen. Mit Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen ßber die Errichtung der Stiftung fßr das sorbische Volk vom 28. August 1998 erlangte die Stiftung ihre Rechtsfähigkeit. Gleichzeitig wurde ein erstes bis Ende 2007 gßltiges Finanzierungsabkommen zwischen dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen vereinbart. Auf der Grundlage des Zweiten Abkommens ßber die gemeinsame Finanzierung vom 10. Juli 2009 erhält die Stiftung zur Erfßllung des Stiftungszweckes jährliche Zuwendungen des Freistaates Sachsen, des Landes Brandenburg und des Bundes. Das Abkommen galt bis zum 31. Dezember 2013. Bis zum Abschluss des dritten Abkommens im Jahr 2016 wurde die FÜrdersumme jährlich neu festgelegt.cite-ref-stiftung-geschichte-18-1[18]
Die bis 2013 festgelegte Zuwendungssumme betrug 16,8 Millionen Euro. Sie setzte sich wie folgt zusammen: Bund 8,2 Millionen Euro, Sachsen 5,85 Millionen Euro, Brandenburg 2,77 Millionen Euro.cite-ref-19[19] Den grĂśĂten Anteil des Stiftungsetats erhielten das Sorbische National-Ensemble (29 %), der Domowina-Verlag (17,2 %) und das Sorbische Institut (11,3 %) sowie die Stiftungsverwaltung (11,4 %).cite-ref-20[20] Um die absolute FĂśrdermenge und die Verteilung fĂźr einzelne Institutionen und Projekte gab es immer wieder Ăśffentliche Kontroversen, die in einigen Fällen zu Demonstrationen fĂźhrten.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]
Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke und der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer unterschrieben am 20. Juli 2021 das gemeinsame Finanzierungsabkommen fßr die nächste FÜrderperiode.cite-ref-23[23] Der Beschluss sieht eine finanzielle FÜrderung in den Jahren 2021 bis 2025 mit einer Jahressumme von 23,916 Millionen Euro vor.
Institut fĂźr Sorabistik
Am 10. Dezember 1716 grĂźndeten sechs sorbische Theologiestudenten mit Erlaubnis des Senates der Universität Leipzig das âWendische Predigercollegiumâ (später umbenannt in âLausitzer Predigergesellschaftâ), den ersten sorbischen Verein Ăźberhaupt.cite-ref-24[24] Ihr Grundsatz war zugleich ihre GruĂformel: âSoraborum saluti!â Heute ist das Institut fĂźr Sorabistik an der Universität Leipzig das einzige Institut in Deutschland, an dem Sorbischlehrer und Sorabisten ausgebildet werden. Unterrichtssprachen sind Ober- und Niedersorbisch. In letzter Zeit finden die Sorabistik und die dazu angebotenen Studiengänge an der Universität Leipzig zunehmendes Interesse, insbesondere im slawischen Ausland. Direktor des Institutes ist seit dem 1. März 2003 Eduard Werner (sorb. Edward Wornar).
Sorbisches Institut
â
Hauptartikel
:
Sorbisches Institut
Seit 1951 existiert in Bautzen eine auĂeruniversitäre Forschungseinrichtung der Sorabistik, die bis 1991 zur Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin (Ost) gehĂśrte. 1992 zum Sorbischen Institut e. V. (Serbski Institut z. t.) umgegrĂźndet, sind die ca. 25 festen Mitarbeiter nun an den beiden Standorten Bautzen (Sachsen) und Cottbus (Brandenburg) tätig. Komplexer Auftrag ist die Erforschung der sorbischen Sprache (Ober- und Niedersorbisch), der Geschichte, Kultur und Identität des sorbischen Volkes in der Ober- und Niederlausitz. Das Institut wirkt mit seinen vielfältigen Projekten zugleich auf die Praxis der Erhaltung und Entfaltung sorbischer nationaler Substanz ein. Ihm angegliedert sind die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv, die das sorbische Kulturerbe aus nahezu 500 Jahren sammeln, bewahren und weitervermitteln.
Domowina-Verlag
Ebenfalls in Bautzen ist der Domowina-Verlag (sorb. Ludowe nakĹadnistwo Domowina) ansässig, in dem die meisten sorbischen BĂźcher, Zeitungen und Zeitschriften erscheinen. Der Verlag ging aus dem 1958 gegrĂźndeten VEB Domowina-Verlag hervor, welcher 1990 in eine GmbH umgewandelt wurde.cite-ref-25[25] Der Verlag wird aus dem Etat der Stiftung fĂźr das sorbische Volk mit 2,9 Mio. ⏠finanziert (Stand 2012). Seit 1991 wird vom Verlag die Smolerâsche Verlagsbuchhandlung (sorb. Smolerjec kniharnja) betrieben, die in Anlehnung an die 1851 eingerichtete sorbische Buchhandlung des ersten sorbischen Verlegers Jan ArnoĹĄt Smoler (1816â1884) benannt ist.cite-ref-26[26]
Sorbisches Museum
Das Sorbische Museum in Bautzen (Serbski muzej BudyĹĄin) befindet sich im Salzhaus der Ortenburg. In seiner Ausstellung gibt es einen Ăberblick Ăźber die Geschichte der Sorben von seinen Anfängen im 6. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie Ăźber Kultur und Lebensweise der sorbischen BevĂślkerung. In regelmäĂig wechselnden Sonderausstellungen werden Werke sorbischer bildender KĂźnstler präsentiert oder spezielle geschichtliche Themen behandelt. Träger des Sorbischen Museums ist der Landkreis Bautzen. AuĂerdem wird es aus Mitteln der Stiftung fĂźr das sorbische Volk und des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien gefĂśrdert.
Sorbisches National-Ensemble
Das Sorbische National-Ensemble (Serbski ludowy ansambl) ist das einzige professionelle sorbische Tanz- und Musiktheater und verfĂźgt Ăźber die Sparten Orchester, Ballett und Chor. Repertoire-Schwerpunkte sind Tanztheater, Musiktheater, Konzerte und Kindermusiktheater â von sorbisch-traditionell bis zeitgenĂśssisch-modern. Der Sitz des SNE befindet sich rund um die RĂśhrscheidtbastei an der FriedensbrĂźcke in Bautzen. Tourneen fĂźhrten das Ensemble in Ăźber 40 Länder auf 4 Kontinenten mit rund 14.000 Gastspielen seit 1952. Das Ensemble wird als gGmbH gefĂźhrt, deren einziger Gesellschafter die Stiftung fĂźr das sorbische Volk ist. Aus deren Kasse erhält es Ăźber 5 Mio. Euro jährlich, etwa ein FĂźnftel des gesamten Stiftungsetats.
Schulen und Kindergärten
Im Freistaat Sachsen und im Land Brandenburg gibt es im zweisprachigen Siedlungsgebiet der Sorben mehrere bilinguale sorbisch-deutsche Schulen, sowie weitere Schulen, an denen Sorbisch als Fremdsprache gelehrt wird. In Sachsen arbeiteten im Schuljahr 2013/14 acht Grund- und sechs Oberschulen zweisprachigcite-ref-27[27] und in Brandenburg vier Grund- und eine Oberschule mit Grundschulanteilcite-ref-28[28] als zweisprachige sorbisch-deutsche Schulen. Die Erlangung der Hochschulreife in sorbischer Sprache ermĂśglichen das Sorbische Gymnasium in Bautzen und das Niedersorbische Gymnasium in Cottbus.
In beiden Ländern gibt es weiterhin mehrere sorbische Kindergärten. Der bundeslandßbergreifende Sorbische Schulverein hat zudem das Projekt Witaj zur zweisprachigen Betreuung und Ausbildung an Kindergärten und Schulen ins Leben gerufen, bei dem die Kinder per Immersion an die sorbische Sprache herangefßhrt werden.cite-ref-29[29]
Siehe auch: Sorbisches Schulwesen
Medien
Es erscheinen eine obersorbische Tageszeitung Serbske Nowiny (Sorbische Zeitung), eine niedersorbische Wochenzeitung Nowy Casnik (Neue Zeitung), die sorbische Kulturmonatsschrift Rozhlad (Umschau), die Kinderzeitschrift PĹomjo (Flamme), die katholische Zeitschrift Katolski PosoĹ und die evangelische Kirchenzeitung Pomhaj BĂłh. Das Sorbische Institut bringt alle sechs Monate die wissenschaftliche Zeitschrift LÄtopis heraus. FĂźr Pädagogen gibt es die Fachzeitschrift Serbska ĹĄula.
Ferner gibt es den Sorbischen Rundfunk, dessen Programm vom Mitteldeutschen Rundfunk und Rundfunk Berlin-Brandenburg produziert wird. Täglich werden einige Stunden sorbischsprachige Radiosendungen von Sendern in Calau (RBB) und Hoyerswerda (MDR 1) ausgestrahlt, wobei alle niedersorbischen Sendungen des RBB auch im Internet nachgehÜrt werden kÜnnen. Fßr junge Leute sendet der RBB jeden ersten Donnerstag im Monat das halbstßndige Monatsmagazin Bubak und der MDR jeden Montag das zweistßndige Wochenmagazin Radio Satkula.
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg produziert seit April 1992 monatlich das halbstĂźndige niedersorbische Fernsehmagazin ĹuĹžyca (Lausitz), der MDR seit dem 8. September 2001 monatlich die halbstĂźndige obersorbische Sendung Wuhladko (Aussicht). AuĂerdem sendet der MDR jeden Sonntag Unser Sandmännchen in Zweikanalton.
Kultur
Literatur
â
Hauptartikel
:
Sorbische Literatur
und
Liste sorbischsprachiger Schriftsteller
Bis in das späte Mittelalter gab es nur die mĂźndliche Ăberlieferung von Sagen, Märchen, ZaubersprĂźchen, SprichwĂśrtern und ähnlichem.
Mit der Reformation begann die schriftliche Darstellung in nieder- und obersorbischer Sprache. MikĹawĹĄ Jakubica schloss 1548 die Ăbersetzung des Neuen Testaments in das Niedersorbische als Handschrift ab, konnte diese jedoch nicht drucken lassen. Das erste gedruckte Werk im Niedersorbischen war schlieĂlich Martin Luthers Gesangbuch in der Ăbersetzung von Albin Moller (1574), im Obersorbischen Luthers Kleiner Katechismus (1597).
Erst im 19. Jahrhundert entstand eine nationalbewusste sorbische Literatur. Bis dahin hatte sich die niedergeschriebene und gedruckte sorbische Literatur fast ausschlieĂlich auf religiĂśse und wirtschaftliche Inhalte beschränkt. Der Lyriker Handrij Zejler gilt als BegrĂźnder der modernen Literatur und war 1847 MitbegrĂźnder der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft MaÄica Serbska. Sein 1827 verĂśffentlichtes Gedicht âNa sersku ĹuĹžicuâ (âAn die sorbische Lausitzâ) wurde 1845 von Korla Awgust Kocor vertont, woraus die heutige Hymne der Sorben âRjana ĹuĹžicaâ (âSchĂśne Lausitzâ) entstand. Weitere klassische Dichter waren auf obersorbischer Seite der Lieder- und Märchensammler Jan ArnoĹĄt Smoler und der katholische Priester und Dichter Jakub Bart-ÄiĹĄinski. In der vom Obersorbischen dominierten sorbischen Literatur erbrachte unter anderem die Lyrikerin Mina Witkojc einen bedeutenden Beitrag fĂźr das in der Niederlausitz gesprochene Niedersorbisch.cite-ref-30[30]
Die literarischen Fassungen der Krabatsage trugen dazu bei, die Sorben auch im Ausland bekanntzumachen. Dazu gehĂśren MiĹĄter Krabat (1954) von MÄrÄin Nowak-NjechorĹski und Die schwarze MĂźhle (1968) von Jurij BrÄzan. Der sudetendeutsche Schriftsteller Otfried PreuĂler griff den Stoff auf, sein Roman Krabat (1971) ist in viele Sprachen Ăźbersetzt und auch verfilmt worden (Zeichentrickfilm 1977 und Realverfilmung 2008).
Gegenwartsautoren sind beispielsweise Jurij BrÄzan, Kito Lorenc, Jurij Koch, Angela Stachowa, RóŞa DomaĹĄcyna, Jan CyĹž, Benedikt Dyrlich, Marja Krawcec und Marja MĹynkowa.
Bildende Kunst
Mit den Bildhauern Jakub Delenka (1695â1763) und MaÄij WjacĹaw Jakula (Jäckel) tauchen die ersten KĂźnstler im Zeitalter des Barock auf. Jäckel hatte in Prag eine Werkstatt und schuf mehrere Skulpturen fĂźr bĂśhmische Klosterkirchen und die Prager KarlsbrĂźcke. Zu den herausragenden KĂźnstlern des 18./19. Jahrhunderts zählt der Landschaftszeichner und -radierer Hendrich BoĹžidar Wjela, der zwischen 1793 und 1799 an der Dresdener Kunstakademie bei Johann Christian Klengel und Giovanni Battista Casanova studierte. Wjela kann als Zeichner und Radierer zwischen dem Sturm und Drang und der Romantik eingeordnet werden.cite-ref-mirtschin-31-0[31]
Ende des 19. Jahrhunderts entstand durch den Aufschwung der Volkskunde und des Heimatschutzes die sogenannte Brauchtumsmalerei und das Interesse deutscher und ausländischer KĂźnstler fĂźr die Sorben wurde geweckt. Dem Landvolk widmeten sich mit dieser auf eine beschreibende Darstellung der Folklore zielenden Malerei KĂźnstler wie William Krause, LudvĂk Kuba sowie später unter anderem Friedrich Krause-Osten, und zeigten die Sorben in ihrer kulturellen Vielfalt und Tradition.cite-ref-mirtschin-31-1[31]
Zu den herausragenden sorbischen KĂźnstlern des 20. Jahrhunderts zählen der Maler, Grafiker und Schriftsteller MÄrÄin Nowak-NjechorĹski sowie Hanka Krawcec und Fryco Latk. In den zwanziger Jahren versuchten die KĂźnstler, nationale Ideale nicht durch die reine Abbildung der Folklore zu interpretierten, sondern durch ein stärkeres ästhetisches und philosophisches Eindringen in die Eigenarten des sorbischen Volkes. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich sorbische Maler und Grafiker 1948 zum Arbeitskreis sorbischer bildender KĂźnstler zusammen. Der Arbeitskreis wurde von 1948 bis 1951 durch Conrad FelixmĂźller geleitet, in dessen folkloristisch geprägter Malerei aus dem ländlichen Milieu der sorbischen Oberlausitz ein Wiederentdecken seiner sorbischen Vorfahren zum Ausdruck kommt. Zum sorbischen Arbeitskreis gehĂśrten unter anderem auch Horst Ĺ losar und Ota Garten. ZeitgenĂśssische sorbische Kunstschaffende sind unter anderem die Maler Jan Buk und BoĹžena Nawka-Kunysz sowie die Grafikerin und Keramikerin JÄwa WĂłrĹĄa Lanzyna.cite-ref-32[32]cite-ref-mirtschin-31-2[31]
Siehe auch: Liste sorbischer bildender KĂźnstler
Musik
Siehe auch
:
Liste sorbischer Komponisten klassischer Musik
16. bis 18. Jahrhundert
Zur Zeit der Reformation gab es einige namhafte sorbische Kirchenmusiker, wie zum Beispiel den aus der Niederlausitz stammenden Kantor der St.-Nicolai-Kirche in Berlin, Jan KrygaĹ (Johann CrĂźger). Er gilt als wichtigster protestantischer Choralkomponist und Musiktheoretiker des 17. Jahrhunderts, aus dessen Schriften sogar Johann Sebastian Bach sein musikalisches Handwerk erwarb.cite-ref-kobjela-35-0[35]
Das erste weltliche Werk sorbischer Kunstmusik stammt von Jurij Rak aus dem Jahre 1767. Es handelt sich dabei um eine âJubiläumsodeâ des damaligen Jurastudenten zur 50-Jahr-Feier des Wendischen Predigercollegiums zu Leipzig (âSorabiaâ).
19. und frĂźhes 20. Jahrhundert
Erste Dokumentationen sorbischer Volksmusik gibt es aus dem frĂźhen 19. Jahrhundert, wie zum Beispiel das âKralsche Geigenspielbuchâ des Volksmusikanten MikĹawĹĄ Kral (1791â1812) und die in Bautzen erschienene Sammlung âVolkslieder der Sorben in der Ober- und Niederlausitzâ von Leopold Haupt (1797â1883) und Jan ArnoĹĄt Smoler.
Obwohl das sorbische Musikleben weder Ăźber Theater oder Orchester verfĂźgte, erreichte die Kunstmusik Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts einen ersten bedeutsamen HĂśhepunkt. Entscheidenden Anteil hatte der Lehrer und Kantor Korla Awgust Kocor. Gemeinsam mit dem Dichter Handrij Zejler organisierte er ein erstes Gesangfest am 17. Oktober 1845 im Bautzener SchĂźtzenhaus. Dort wurde auch Zejlers Rjana ĹuĹžica erstmals aufgefĂźhrt, deren Vertonung von Kocor stammt. Sie begrĂźndeten die Tradition der Sorbischen Sängerfeste, welche sich zu populären Ereignissen im Oberlausitzer Kulturraum entwickelten. Eines der wichtigen Werke von Kocor ist das Oratorium âNalÄÄoâ (deutsch FrĂźhling) auf einen Gedichtzyklus von Zejler.
Um 1900 war Jurij Pilk einer der maĂgeblichen Vertreter des sorbischen Musiklebens. Die OuvertĂźre zum Singspiel âSmjertnicaâ (Die TodesgĂśttin) zählt zu seinen wichtigsten Werken. Eine weitere PersĂśnlichkeit mit bleibendem Einfluss war der sorbische Komponist, Musikpädagoge und Herausgeber von Musikliteratur Bjarnat Krawc.
1945 bis 1990
Nach 1945 war Jurij Winar (1909â1991) treibende Kraft zur Wiederbelebung des sorbischen Musiklebens. Winar grĂźndete 1952 das heutige Sorbische National-Ensemble (Serbski ludowy ansambl, SLA), an dem er bis 1960 Intendant und kĂźnstlerischer Leiter war.cite-ref-kobjela-35-1[35] GefĂśrdert durch die Stiftung fĂźr das sorbische Volk pflegen, bewahren und entwickeln heute die drei professionellen Sparten Ballett, Chor und Orchester die kulturelle Tradition der Sorben.
Gegenwart
Zu den Vertretern der zeitgenÜssischen sorbischen klassischen Musik zählen Ulrich Pogoda, Jan Bulank, Detlef Kobjela,cite-ref-kobjela-35-2[35] Sebastian Elikowski-Winkler und weitere Komponisten.cite-ref-36[36]
Seit den 1990er Jahren gibt es wieder vermehrt Musiker und Gruppen, die neben Volksmusik auch Pop, Rock, Metal und Punk in ober- und niedersorbischer Sprache spielten bzw. spielen, wie Awful Noise, DeyziDoxs, die Folksamen, Berlinska DrĂłha, Jankahanka, Bernd Pittkunings und andere.
Theater
Das Deutsch-Sorbische Volkstheater (NÄmsko-Serbske ludowe dĹşiwadĹo) geht auf das seit Ende des 18. Jahrhunderts bestehende Bautzener Theater zurĂźck, welches 1963 mit dem seit 1948 bestehenden Sorbischen Volkstheater vereint wurde. Es fĂźhrt Werke in deutscher und sorbischer Sprache auf. Das Theater in Bautzen ist ein kommunaler Eigenbetrieb des Landkreises Bautzen und wird anteilig aus Mitteln der Stiftung fĂźr das sorbische Volk und des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien finanziert.
Folklore
Viele Bräuche haben sich erhalten, vor allem das Osterreiten, die Vogelhochzeit und das traditionelle Bemalen von Ostereiern. Zahlreiche slawische mythologische Vorstellungen sind heute noch lebendig, wie zum Beispiel die Mittagsfrau (PĹipoĹdnica/PĹezpoĹdnica), der Wassermann (WĂłdny muĹž), die Gottesklage (BoĹže sadleĹĄko) oder der geld- und glĂźckbringende Drachen (obersorb. zmij, niedersorb. plĂłn).
Im obersorbischen Kerngebiet, in etwa durch ein Dreieck zwischen den Städten Bautzen, Kamenz und Wittichenau beschrieben, sind Kruzifixe am Wegrand und in Vorgärten sowie gepflegte Kirchen und Kapellen Ausdruck einer bis in die Gegenwart gelebten (meist katholischen) VolksfrÜmmigkeit, die viel zur Bewahrung der sorbischen Substanz beigetragen hat.
Die sorbischen Trachten sind regional stark unterschiedlich. Sie werden vereinzelt von älteren Frauen noch täglich, von jĂźngeren jedoch nur zu den groĂen Feiertagen getragen, wie beispielsweise zu Fronleichnam die Tracht der Brautjungfer (druĹžka).
Siehe auch
:
Sorbische Hochzeit im Spreewald
Subkultur
Das âKolektiw Wakuum â Kollektiv fĂźr sorbische Kunst und Kulturâcite-ref-37[37], gegrĂźndet im Juni 2021 in Cottbus,cite-ref-38[38] setzt sich dafĂźr ein, sorbische Subkultur bekannter zu machen und organisiert dafĂźr u. a. Musik- und Filmfestivals, Ausstellungen oder Konzerte, um sorbische Kreative zu vernetzen und die Diversität sorbischer Kultur zu zeigen.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das jährliche SubSorb-Festival in Hoyerswerda.cite-ref-42[42]
Geschichte
Sorbische FrĂźhgeschichte (6. bis 9. Jahrhundert)
Die Sorben kĂśnnen auf eine etwa 1400 Jahre lang nachweisbare Geschichte zurĂźckblicken. In der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts n. Chr. verlieĂen ihre Vorfahren im Zuge der damaligen VĂślkerwanderung ihre Wohngebiete nĂśrdlich der Karpaten zwischen Weichsel und Dnepr und zogen Ăźber Schlesien und BĂśhmen nach Westen, wo sie im 6. Jahrhundert das Gebiet zwischen dem Oberlauf der NeiĂe in NordbĂśhmen und dem Flussgebiet der Saale mit dem sächsischen Vorland des Erzgebirges und dem Fläming besiedelten. Diese Gebiete waren seit der Abwanderung germanischer VĂślkerschaften im Zuge der VĂślkerwanderung nahezu unbewohnt, verbliebene germanische RestbevĂślkerung wurde assimiliert.cite-ref-43[43]cite-ref-peter-kunze-2008-44-0[44]
In der sogenannten Fredegar-Chronik werden fĂźr 631/32 Wenden und erstmals Sorben erwähnt, welche wiederholt plĂźndernd in ThĂźringen und anderen Gauen des Frankenreiches einfielen: âSeither fielen die Wenden zu wiederholten Malen in ThĂźringen und anderen pagi des Frankenreiches ein, um sie auszuplĂźndern; ja sogar Dervanus, der dux des Volkes des Sorben [lat. Dervanus dux gente Surbiorum], die von slawischer Herkunft waren und schon seit jeher zum Reiche der Franken gehĂśrt hatten, unterstellte sich mit seinem Volk dem Reiche Samos.âcite-ref-45[45] Nach weiteren Ăberfällen durch die abtrĂźnnigen Sorben wurde schlieĂlich der in ThĂźringen herrschende Herzog Radulf mit einem bedeutenden Sieg 634/635 Herr der Lage und schloss 641 mit den benachbarten Slawenstämmen ein BĂźndnis auf der Basis der Gleichberechtigung.cite-ref-brankack64-70-46-0[46]cite-ref-schlesinger-47-0[47]
Die in den Quellen des FrĂźh- und Hochmittelalters als âSorbenâ (lat. surbi, sorabi) bezeichneten westslawischen Stämme, Bewohner der Gebiete zwischen Saale und Mulde, gerieten im 8. und 9. Jahrhundert zunehmend in die Abhängigkeit vom (ost)fränkischen Reich und die Grenz- und Schutzzone Limes Sorabicus entstand in diesem Gebiet. FĂźr das Jahr 806 ist belegt, dass ein KĂśnig der Sorben namens Miliduch (oder Melito) getĂśtet wurde, woraufhin sich andere KĂśnige, zum Teil nach erbitterten Kämpfen, unterwarfen. Sie wurden zu Tributleistungen gezwungen, dem christlichen Glauben zugefĂźhrt und durch die mittelalterliche Deutsche Ostsiedlung assimiliert. Ăber die weiter Ăśstlich im Elbtal lebenden Daleminzier und die in den Lausitzen lebenden slawischen Stämme der Lusitzi (auch Lusici, Lusizer oder Lausitzer) und Milzener, deren Nachkommen heute den Namen âSorbenâ tragen, geben die fränkischen Geschichtsquellen auch nur spärlich Auskunft.cite-ref-brankack64-70-46-1[46]cite-ref-schlesinger-47-1[47] Während einige Historiker (u. a. Karlheinz Blaschke, Joachim Herrmann) davon ausgehen, dass sich das Ethnonym Sorben erst im Laufe des frĂźhen Mittelalters von der Saale und Mulde zu den weiter Ăśstlich wohnenden und ähnliche Dialekte sprechenden Stämmen ausbreitete, vertrat der Sorabist Hinc Schuster-Ĺ ewc auf der Grundlage linguistischer Erwägungen die These, alle Sorbisch sprechenden Stämme hätten diesen gemeinsamen (Ăber-)Namen bereits zur Zeit ihrer Einwanderung getragen. Die Differenzierung in Einzelgruppen mit eigenen Namen habe erst in der neuen Heimat begonnen.cite-ref-48[48]
Während das Mährerreich im 9. Jahrhundert zur BlĂźte gelangte, gab es bei den Bewohnern zwischen Saale und NeiĂe zur Zeit der Eroberung durch die Franken keine heute bekannten Ăźberregionalen politischen Strukturen. Sie lebten vornehmlich als Bauern in kleinen Stammesverbänden, die jeweils nur einige Dutzend recht kleiner dĂśrflicher Siedlungen umfassten, die gesellschaftlich in die Masse abhängiger Bauern und eine schmale adlige Herrschaftsschicht gegliedert waren. Aus der letzteren rekrutierten sich auch die Stammes- oder GaufĂźrsten, die in den fränkischen Quellen meist dux (= Herzog, FĂźrst) genannt werden.cite-ref-schlesinger-47-2[47]
Herrschaftszentren waren wohl die zahlreichen Slawenburgen mit Wehrmauern aus Holz-Erde-Konstruktionen, welche ab dem Ende des 9. Jahrhunderts entstanden. Je nach Lage wurden HÜhenburgen auf Standorten, die das umgebende Gelände ßberragten, errichtet, welche je nach am Ort vorhandenem Baumaterial auch mächtige steinerne Schalmauern besitzen konnten (z. B. auf der Landeskrone bei GÜrlitz). Wenn geeignete HÜhenlagen fehlten, entstanden Niederungsburgen meist mit Gewässern oder Sumpflandschaften (Sumpfringwälle bzw. Sumpfburgen) als natßrlichen Schutz.cite-ref-49[49] Der Auflistung des Bayerischen Geographen zufolge verfßgten die Sorben ßber 50 und die Lusitzi und Milzener ßber je 30 civitates.cite-ref-50[50] Der Begriff civitas bezeichnet vermutlich eine zentrale Burg oder einen Burgbezirk mit zugehÜrigen Siedlungen. Die Lokalisierung des Siedlungsgebietes der Sorben oder surbi nach den Angaben des bayerischen Geographen bleibt in der Forschung umstritten. Das Kerngebiet der heutigen sorbischen Besiedlung der Oberlausitz liegt im Stammesgebiet der Milzener mit ihrer Hauptburg Budissin (Bautzen). Das Siedlungsgebiet der Niederlausitzer Sorben entspricht jenem des fßr die Landschaft namengebenden slawischen Stammes der Lusitzi.cite-ref-peter-kunze-2008-44-1[44]cite-ref-51[51]
Ăber die vorchristliche Religion der Slawen zwischen Saale und NeiĂe ist wenig bekannt. Weder weiĂ man, ob es einen Priesterstand gab, noch haben die Archäologen in diesen Gebieten bisher ein Heiligtum von Ăźberregionaler Bedeutung entdecken kĂśnnen. Der mittelalterlichen Tradition nach wurden aber manche frĂźhe christliche Kirchen an Stelle alter slawischer HeiligtĂźmer errichtet, so zum Beispiel die Kirche auf dem Opferberg in Leipzig-Wahren.
Bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts befanden sich die sorbisch besiedelten Gebiete an der Saale nur in einem mehr oder weniger engen Abhängigkeitsverhältnis vom Frankenreich. Die Slawen im Gebiet des Limes Sorabicus mussten Tribute an die Franken entrichten. Zu einer intensiveren deutschsprachigen Besiedlung und Herrschaftsbildung kam es erst unter KÜnig Heinrich I.
Die Sorben im Hochmittelalter (10. bis 11. Jahrhundert)
Nachdem Heinrich I. mit den einfallenden Ungarn um 924â926 einen neunjährigen Waffenstillstand schlieĂen konnte, fĂźhrte er in dieser Zeit um 928/929 einen groĂ angelegten erfolgreichen Feldzug zur Unterwerfung der slawischen Stämme Ăśstlich der Elbe (Obodriten, Wilzen, Heveller, Daleminzier und Redarier). Seinen Vormarsch sicherte der KĂśnig durch die Anlage zahlreicher Burgen. Eine der wichtigsten GrĂźndungen war 928/929 die Zwingburg in MeiĂen (an der Stelle der heutigen Albrechtsburg) gegen die besiegten Daleminzier, von wo aus er 932 die Milzener unterwarf. Durch weitere Siege 932 Ăźber die Lusizer â dabei zerstĂśrte er ihre Stammesburg Liubusua â sowie 934 gegen die Ukranen zwang er auch diese slawischen Stämme in die Tributpflicht.cite-ref-52[52]cite-ref-53[53]
Zu Beginn der frĂźhen Neuzeit wurde der Volksname Sorben allmählich auf die siedelnden Lusitzi und Milzener Ăźbertragen, die in den frĂźh- und hochmittelalterlichen Quellen noch deutlich von den Sorben geschieden wurden. Vom 12. bis zum 19. Jahrhundert wurde die deutsche Bezeichnung Wenden fĂźr sämtliche slawische Bewohner von Gebieten entlang und Ăśstlich der Elbe (âElbslawenâ) sowie fĂźr Slawen nĂśrdlich der Donau, in der Oberpfalz und in Oberfranken (Bavaria Slavica) und in den Ostalpen verwendet. In der Sprachwissenschaft werden heute die Sprachen der sĂźdlichen Elbslawen bzw. deren Ăźberlieferte Reste insgesamt als sorbisch bezeichnet.cite-ref-sewc2-5-1[5]
Gero, der von Kaiser Otto I. 939 eingesetzte Markgraf der Sächsischen Ostmark (sie umfasste das gesamte Gebiet zwischen Elbe, Havel und Saale) fĂźhrte die gewaltsame Unterwerfung der Sorben fort. 939 lud er 30 slawische FĂźrsten zu einem Gastmahl ein und lieĂ sie ermorden. Die Bluttat hatte einen Aufstand der Slawen zur Folge, denen sich auch Stämme nĂśrdlich der Ostmark anschlossen. In mehreren KriegszĂźgen von 954 bis zu Geros Tod 965 besiegten Kaiser Otto I. und Gero die nordwestslawischen Stämme sowie die Lusitzi in der Lausitz, wodurch die sächsische Tributherrschaft bis an die Oder ausgedehnt und gefestigt wurde.cite-ref-54[54] Während die Slawen im heutigen nĂśrdlichen Brandenburg und Mecklenburg ihre Selbstständigkeit durch einen groĂen Aufstand 983 noch einmal fĂźr längere Zeit zurĂźckgewinnen konnten,cite-ref-55[55] war die Unterwerfung der Sorben endgĂźltig. Die Herrschaft Ăźber die Lausitz und das Milzenerland mit der strategisch bedeutenden Burg Bautzen war allerdings noch von 1002 bis 1032 mit wechselseitigem Erfolg zwischen den Deutschen und dem Polenherzog BolesĹaw Chrobry umkämpft.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57] Die Untersuchung von 25 sogenannten Ringwällen in der Niederlausitz konnte sehr gut eine Ăbereinstimmung der Hochzeit des Burgenbaus Anfang des 10. Jahrhunderts mit den Eroberungsaktivitäten von Otto I. zeigen. Die Bauaktivitäten enden um 960â970 und sind wahrscheinlich auf die Unterwerfung der Lausitz durch Gero 963 zurĂźckzufĂźhren.cite-ref-58[58]
Im 10. Jahrhundert begann die christliche Kirche bei den Slawen im Elbe-Saale-Gebiet und in der Lausitz mit der Missionierung. Die Befestigung der deutschen Herrschaft und die Schaffung kirchlicher Strukturen gingen dabei Hand in Hand. Kaiser Otto I. grĂźndete 968 das Erzbistum Magdeburg mit den Suffragen Brandenburg, Havelberg, Zeitz, Merseburg und MeiĂen. Die Sorben, Milzener und Lusizer mussten dem Bischof von MeiĂen den Zehnten entrichten. Parallel erfolgte unter den Markgrafen der sorbisch besiedelten Gebiete â die groĂe Mark Geros war nach seinem Tod in mehrere kleinere Territorien untergliedert worden (Nordmark, Mark Lausitz, Mark MeiĂen, Mark Zeitz und Mark Merseburg) â die Einrichtung von Burgwarden. Die unterworfenen Gebiete wurden an deutsche Adelige zu Lehen gegeben, die neuen Herren errichteten Burgen und erhielten Abgaben von den zugehĂśrigen slawischen DĂśrfern. Zum Teil trat der deutsche Adel dabei nur die Nachfolge der sorbischen StammesfĂźrsten an. Die ehemalige slawische FĂźhrungsschicht war durch die vorangegangenen Kriege dezimiert und ihre Reste wurden in untergeordnete Stellungen abgedrängt. Die Masse der sorbischen bäuerlichen BevĂślkerung waren mittlere Bodenbesitzer ohne erbliches Besitzrecht, sowie rechtlose verarmte Bauern oder Leibeigene. Sie mussten Abgaben an den Lehnsherren sowie Handdienste leisten, wozu noch der Zehnte fĂźr die Kirche kam. Die obere Schicht der Bauern bildeten die Dorfvorsteher (Ĺ˝upane oder Supane)cite-ref-59[59] sowie Kriegs- und Dienstleute.cite-ref-peter-kunze-2008-44-2[44]cite-ref-60[60]
12. bis 15. Jahrhundert
Nach den zahlreichen Kriegen des 10. und am Beginn des 11. Jahrhunderts verlief die Integration des sorbischen Siedlungsgebiets in das Reich in der folgenden Zeit auf friedliche Weise. Der KĂśnig, die Markgrafen und nicht zuletzt die kirchlichen Institutionen fĂśrderten den so genannten Landesausbau. Die Phase der Hochkolonisation erstreckte sich von etwa 1150 bis 1300 und wurde hauptsächlich von germanischen Siedlern getragen, welche unter anderem aus Flandern, den Niederlanden, Sachsen, Franken, ThĂźringen und dem Rheinland kamen.cite-ref-61[61]cite-ref-hschulze-62-0[62] Die alteingesessenen sorbischen Einwohner wurden zumeist nicht vertrieben, vielmehr entstanden die neuen deutschen DĂśrfer fast immer auf gerodeten Flächen. An bereits besiedelten Stellen erweiterte man die bestehenden slawischen Siedlungen. Eine erste Phase der FrĂźhkolonisation, mit einem beträchtlichen Anteil durch slawische Altsiedler, gab es aber schon ab 1100, so zum Beispiel um Gera, Zeitz und Altenburg im PleiĂenland.cite-ref-hschulze-62-1[62]
Auch in den Lausitzen waren die Rodungen in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts vor allem von sorbischen Bauern getragen worden. In dieser Zeit entstanden z. B. viele neue Orte im Gebiet um Hoyerswerda, Spremberg und WeiĂwasser/Oberlausitz. Die Erweiterung des Kulturlands vergrĂśĂerte und stabilisierte in dieser Gegend das sorbische Sprachgebiet. In manchen Gegenden, etwa um das Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern herum und bei Hoyerswerda, war das sorbische Element so stark, dass einige deutschsprachige OrtsgrĂźndungen Ăźber die Zeit slawisiert wurden, so z. B. in DĂśrgenhausen (sorb. NÄmcy).cite-ref-kunze-bahlcke2004-63-0[63] Unter den bĂśhmischen KĂśnigen intensivierte sich Mitte des 12. Jahrhunderts der Landesausbau in der Oberlausitz, der von den KĂśnigen und den MeiĂener BischĂśfen quasi im Wettbewerb betrieben wurde.cite-ref-64[64] Deutsche Bauern rodeten groĂe Waldgebiete im SĂźden und Osten des Landes und legten zahlreiche neue DĂśrfer an, so zum Beispiel um Bischofswerda und Ortrand.cite-ref-kunze-bahlcke2004-63-1[63] In der Niederlausitz lieĂen sich die deutschen Siedler in den westlichen, nĂśrdlichen und Ăśstlichen Randgebieten nieder, so z. B. um Luckau, Storkow und Beeskow sowie Sorau im heutigen Polen.cite-ref-kunze2000-1-65-0[65]
Im Gegensatz zu den altsorbischen Siedlungen, konnten die Zuwanderer ihre Siedlungen zu flämischem, niederländischem oder fränkischem Recht grßnden (die Bezeichnung Deutsches Recht bildete sich erst später heraus), erhielten somit Erbrecht am erschlossenen Land und waren persÜnlich frei.cite-ref-66[66]cite-ref-schich-67-0[67] Weil durch Rodung und Bewirtschaftung die Herrschaftsgebiete der Adligen erst einen Wert bekamen, mussten die eingewanderten Deutschen zudem nur geringere Abgaben an die Grundherren zahlen und wenige Dienste fßr sie verrichten, oder waren fßr die ersten Jahre von diesen gänzlich befreit. Insofern sorbische Bauern beim Landesausbau beteiligt waren, genossen sie zumeist dieselben Rechte wie die deutschen Kolonisten.cite-ref-schich-67-1[67]cite-ref-68[68]
Im Zuge des Landesausbaus, der BevĂślkerungszunahme und dem Zuzug von deutschen Kaufleuten und Handwerkern, kam es auch zu zahlreichen StadtgrĂźndungen. Vorwiegend an Kreuzungen wichtiger HandelsstraĂen, an bestehenden Marktsiedlungen und um Burgen oder Markgrafensitze. Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts wurden die ersten Stadtrechte verliehen, so z. B. westlich der Elbe an Leipzig (1165) und MeiĂen (um 1200) sowie Ăśstlich an LĂźbben und Cottbus (jeweils um 1220) in der Niederlausitz und LĂśbau (1221), Kamenz (1225) oder Bautzen (1240) in der Oberlausitz.cite-ref-69[69] Westlich der Elbe kam es schnell zu einem Ăbergewicht an deutschen Siedlern und die Verdrängung der sorbischen Sprache war im 14. Jahrhundert weitgehend abgeschlossen. Ausdruck finden diese Veränderungen in der Einschränkung der Verwendung der sorbischen Sprache vor Gericht, wie zum Beispiel im Sachsenspiegel Anfang des 13. Jahrhunderts â wer nachweislich der deutschen Sprache mächtig war, musste diese auch verwenden â oder in einem Erlass im FĂźrstentum Anhalt von 1293, der den Gebrauch des Wendischen als Gerichtssprache verbot. Diese Einschränkungen werden aber nicht hauptsächlich als Ausdruck nationalistischer Einstellungen angesehen, sondern mehr als Anpassung an die vorherrschenden Gegebenheiten.cite-ref-schich-67-2[67]cite-ref-70[70]
Im 14./15. Jahrhundert bildeten in der Oberlausitz die Sorben noch ungefähr die Hälfte der ländlichen BevĂślkerung und in der Niederlausitz lag der Anteil noch bedeutend hĂśher. In den Städten war ihr Anteil meist geringer und variierte beträchtlich. So betrug er in Bautzen ungefähr 35 %, in Cottbus knapp 30 %, in Guben, LĂśbau und Bischofswerda war er erheblich geringer. In Luckau lag er bei 50 % und Calau hatte fast ausschlieĂlich sorbische Bewohner.cite-ref-kunze2000-1-65-1[65]cite-ref-71[71] Ab der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts kam es in den Städten der Lausitzen zu einer verstärkten sorbischen Einwanderung, wovon zahlreiche sorbische BĂźrgereide zum Beispiel aus Luckau, Senftenberg oder Bautzen zeugen. Mit dem Auslaufen der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung kam es auch vermehrt zu einer ablehnenden Haltung gegenĂźber den sorbischen BevĂślkerungsgruppen. Davon zeugen âDeutschtumsverordnungenâ z. B. aus Beeskow (1353), Luckau (1384), Cottbus (1405), LĂśbau (1448) oder LĂźbben (1452), wodurch Sorben vorĂźbergehend â vor allem aus KonkurrenzgrĂźnden â der Zugang zu den ZĂźnften verwehrt wurde. Im 16. Jahrhundert wurden viele dieser Beschränkungen seitens der ZĂźnfte und auf Entscheid der Markgrafen wieder aufgehoben.cite-ref-kunze2000-1-65-2[65]cite-ref-72[72]
16. bis 18. Jahrhundert
Reformation und DreiĂigjähriger Krieg
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das sorbische Siedlungsgebiet weiter geschrumpft, vorwiegend durch Assimilation der Sorben und der einhergehenden Verdrängung der Sprache vom Westen her. Abgesehen von einigen verbliebenen grĂśĂeren Sprachinseln um Wittenberg, Eilenburg und MeiĂen erstreckte sich das geschlossene sorbische Sprachgebiet jetzt nur noch Ăźber die Lausitzen mit einer Fläche von ungefähr 16.000 km². Dort lebten circa 195.000 Menschen, von denen mit 160.000 die Ăźberwiegende Mehrzahl Sorben waren.cite-ref-73[73] NordĂśstlich von Guben und Sorau hatte das sorbischsprachige Gebiet um 1600 noch direkte Verbindung zum polnischen Sprachgebiet. Erst die Verheerungen des DreiĂigjährigen Krieges und die damit verbundenen Verluste der sorbischen BevĂślkerung sowie eine von der evangelischen Kirche gestĂźtzte gezielte Germanisierungspolitik fĂźhrten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dazu, dass das sorbische Gebiet zu einer rings von deutschsprachigen Regionen umgebenen Insel wurde.cite-ref-pk35ff-74-0[74]
GroĂteile der Lausitzen gehĂśrten bis 1635 als Nebenländer den bĂśhmischen KĂśnigen aus dem Haus Habsburg. Die Herrschaft Cottbus sowie davon nĂśrdlich gelegene Herrschaften von Zossen bis Beeskow sowie Crossen waren im Besitz der Hohenzollern. Ăber die westlich der Lausitzen gelegene deutsch-sorbische Mischzone im sächsisch-meiĂnischen Gebiet verfĂźgten die Wettiner.cite-ref-peter-kunze-2008-2-75-0[75] FĂźr alle drei Herrscherhäuser waren es Randgebiete und besonders die Habsburger Ăźbten keine starke Zentralgewalt aus. Die Verwaltung wurde den Ständen Ăźberlassen, was aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation des Adels Anfang des 16. Jahrhunderts zu einer verstärkten Ausbeutung der ländlichen Gebiete fĂźhrte. Die Einforderung von vollen landesĂźblichen Diensten (sechs Tage in der Woche Arbeit auf den gutsherrlichen Besitzungen, von Sonnenaufgang bis -untergang)cite-ref-76[76] fĂźhrte seit 1525 zu lokal begrenzten Bauernunruhen in Reichwalde (Herrschaft Muskau),cite-ref-77[77] Lieberose und Hoyerswerda sowie 1548 zum Bauernaufstand von Uckro in der Nähe von Luckau.cite-ref-78[78]
Die Unruhen standen nicht im Zusammenhang mit der von Martin Luther in Wittenberg 1517 angestoĂenen Reformation, welche erst verzĂśgert in die beiden Lausitzen und damit ins sorbische Siedlungsgebiet vordrang. Die katholischen Habsburger versuchten die Reformation in den Lausitzen aufzuhalten, konnten sich aber nicht gegen die evangelisch gesinnten Landstände, Städte und Ritterschaften durchsetzen. Die Stände nahmen die Kirchenhoheit in die eigenen Hände und fĂźhrten die Reformation bis etwa zur Mitte des 16. Jahrhunderts schrittweise in den einzelnen Herrschaften ein. Alle Sorben in der Niederlausitz und mehr als drei Viertel der Oberlausitzer Sorben waren Mitte des 16. Jahrhunderts evangelisch. Nur die Sorben in den Besitzungen des Klosters St. Marienstern und des Bautzener Domstifts St. Petri blieben Ăźberwiegend katholisch.cite-ref-kunze-bahlcke2004-2-79-0[79]
Eine aktive reformatorische Bewegung gab es zunächst in den Ăźberwiegend deutschsprachigen Städten. Das reformatorische Schrifttum fand in den ländlichen Gebieten kaum Eingang, weil die meisten Sorben damals weder Deutsch verstehen noch lesen und schreiben konnten. Dies fĂźhrte dazu, dass der Gottesdienst fĂźr die protestantischen Sorben nun in ihrer Muttersprache durchgefĂźhrt wurde. Auch Sorben gehĂśrten zu eifrigen Verfechtern der lutherischen Reformationsideen, der bekannteste unter ihnen war der Theologe Jan BrÄzan (Johann Briesmann) aus Cottbus.cite-ref-peter-kunze-2008-2-75-1[75] Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts begannen weitere sorbische protestantische Geistliche, den reformatorischen Grundsatz von der Predigt in der Muttersprache aufnehmend, eine sorbische religiĂśse Literatur zu schaffen, indem sie die Kernwerke des Protestantismus, Bibel, Katechismus und Kirchenlieder, aus dem Deutschen Ăźbersetzten. MikĹawĹĄ Jakubica aus der Herrschaft Sorau Ăźbersetzte 1548 Luthers Neues Testament, was die erste BibelĂźbersetzung ins Sorbische Ăźberhaupt war. Eine Drucklegung erfolgte jedoch aufgrund fehlender finanzieller Mittel nie. 1574 erschien dann Luthers Katechismus, verbunden mit einem Gesangbuch, in der niedersorbischen Ăbersetzung des Albin Moller aus Straupitz, 1595 gab Wjaclaw Warichius aus GĂśda Luthers Katechismus in obersorbischer Sprache heraus.cite-ref-kunze-bahlcke2004-2-79-1[79]
Ab 1538 fÜrderten die Landstände in der Oberlausitz sorbische Theologiestudenten und bis 1546 studierten an der Universität Wittenberg 40 und bis 1600 hatten 147 Sorben dort ihr Theologiestudium abgeschlossen.cite-ref-kunze-bahlcke2004-2-79-2[79] Auch an der brandenburgischen Landesuniversität Viadrina in Frankfurt wurden zu jener Zeit sorbische Geistliche ausgebildet und bis 1656 sorbische Sprachßbungen abgehalten, welche die ersten sorabistischen Veranstaltungen an einer Hochschule waren.cite-ref-80[80]
Die Verheerungen des DreiĂigjährigen Krieges (1618â1648) unterbrachen die erste BlĂźte der sorbischen Bildung und des Schrifttums fĂźr viele Jahrzehnte. Wie viele andere Regionen Deutschlands, so waren auch die Lausitzen mehrfach von DurchzĂźgen groĂer Heere und von Seuchen betroffen, die tausende Todesopfer forderten. Der BevĂślkerungsverlust betrug nach vorsichtigen Schätzungen Ăźber 50 % und im Ăśstlichen Teil des sorbischen Siedlungsgebiets um Sorau und Liebenwerda Ăźber 75 %, wo am Ende des Krieges viele Orte fast menschenleer waren. Diese Gebiete an der NeiĂe und Ăśstlich davon, wurden später von Deutschen wiederbesiedelt, wodurch das geschlossene sorbische Gebiet wieder sehr viel kleiner wurde.cite-ref-peter-kunze-2008-2-75-2[75]
Vom Prager Frieden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Im Jahr 1635, noch vor Beendigung des DreiĂigjährigen Krieges (1618â1648) kamen mit dem Frieden von Prag die beiden MarkgraftĂźmer Nieder- und Oberlausitz von BĂśhmen an das KurfĂźrstentum Sachsen, mit Ausnahme der im Zentrum der Niederlausitz liegenden Herrschaft Cottbus mit der Festung Peitz, welche schon seit Mitte des 15. Jahrhunderts den Hohenzollern und somit zum brandenburgischen und später preuĂischen Herrschaftsbereich gehĂśrte. Der Besitzwechsel der beiden Lausitzen änderte zunächst wenig an deren Autonomie, da der neue Landesherr im Traditionsrezess die Beibehaltung der ständischen Privilegien, die Lehnshoheit der bĂśhmischen Krone und die kirchlich-konfessionellen Einrichtungen in ihrem Bestand zusagen musste. Dieser Sonderstatus verhinderte vorerst den Einfluss von staatlichen Zentralisierungsbestrebungen und begĂźnstigte auf der einen Seite die Stärkung der sorbischen Kultur- und Sprachentwicklung, fĂźhrte aber auf der anderen Seite zur Festigung der Positionen des einheimischen Adels und deren Gewalt Ăźber die bäuerliche BevĂślkerung. Durch den verstärkt einsetzenden Ăbergang von der Eigenwirtschaft zur Gutswirtschaft, wurde der erbliche Grundbesitz in unerblichen Landbesitz (Lassbesitz) umgewandelt und die Bauern zu verschärften Frondiensten in den entstehenden RittergĂźtern gezwungen. Durch die 1651 in den sächsischen Teilen der Lausitz und 1653 in den brandenburgischen Teilen der Niederlausitz erlassenen Untertanenordnungen, wurden die Bauern durch die Erbuntertänigkeit an den EigentĂźmer des Rittergutes gebunden (Schollenzwang) und sie selbst, wie auch ihre Kinder, dem Gesindezwang unterworfen.cite-ref-81[81]
Dies fĂźhrte auf der einen Seite zu einer starken Landflucht der bäuerlichen BevĂślkerung. So verlieĂen nach Schätzungen zwischen 1631 und 1720 allein in der Oberlausitz mehr als 8000 Fronbauern ihre Gutsherrschaften.cite-ref-bahlcke283-82-0[82] Auf der anderen Seite kam es zu erbitterten Widerstandsaktionen Ăźber Bittschriften, Eingaben, Verweigerung von Diensten und Abgaben bis hin zu bewaffneten Aufständen. Die oftmals mehrere DĂśrfer umfassenden Bauernunruhen erstreckten sich zumeist Ăźber mehrere Jahre und wurden letztendlich durch den Einsatz von Militär niedergeschlagen. 1667/68 erhoben sich zum Beispiel im Cottbusischen Kreis an die 5000 Bauern und es gelang erst durch das Aufgebot von 800 Soldaten die Erhebung unter Kontrolle zubringen. Erneut in Cottbus kam es von 1715 bis 1717 zum grĂśĂten Aufstand sorbischer und deutscher Bauern, an der sich unter der FĂźhrung des Eichower Dorfschulzen Hanzo Lehmann Ăźber 50 DĂśrfer beteiligten.cite-ref-83[83]
Mit der Herausbildung des Absolutismus, welcher sich in den brandenburgischen Gebieten der Hohenzollern stärker als in Sachsen entfaltete, begann die Eingliederung der Sorben in das organisierte Staatswesen und damit die Verdrängung der sorbischen Sprache. Aufgrund der unterschiedlichen politischen Zielsetzungen differierte das Vorgehen gegen das Sorbische von Landesherr zu Landesherr. Am intensivsten wurde durch Christian I. von Sachsen-Merseburg in der Niederlausitz und durch den brandenburgischen KurfĂźrst Friedrich Wilhelm im Wendischen Distrikt der Kurmark gegen das Sorbische vorgegangen. Sorbische BĂźcher und Manuskripte wurden eingezogen und die Ausbreitung des Deutschen im Schulunterricht und bei den Gottesdiensten vorangetrieben.cite-ref-2000kunze32-84-0[84] Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden in den meisten Kirchgemeinden der Niederlausitz die seit der Reformation abgehaltenen sorbischen Gottesdienste abgeschafft, obwohl die meisten betroffenen Gemeinden zu diesem Zeitpunkt fast ausschlieĂlich einsprachig sorbisch waren. Auch die Schulen wurden zu einem Hauptfaktor der Germanisierung, indem man das Sorbische lediglich als Hilfssprache in den ersten Klassen nutzte, wo es nĂśtig war, ansonsten aber ausschlieĂlich Deutsch gelehrt und gesprochen wurde.cite-ref-85[85] In der Oberlausitz, wo die Stände ihre Autonomie weiterhin bewahren konnten, nahm man, auch aus Furcht vor einem Wiedererstarken des Katholizismus, wie zum Beispiel im angrenzenden Herzogtum Sagan oder in Wittichenau geschehen, eine gemäĂigte Haltung gegenĂźber der sorbischen Sprache eincite-ref-86[86] und im Cottbusischen Kreis wurde von Friedrich I. sogar das ländliche Schulwesen auf Grundlage der sorbischen Muttersprache begrĂźndet und religiĂśses sorbischen Schriftentum gefĂśrdert. Hintergrund war hier die Vermeidung von inneren Konflikten als Grundlage der Expansionsbestrebungen nach Osten.cite-ref-2000kunze32-84-1[84]
Weiterentwicklung des sorbischen Schrifttums
Nach den ersten Anfängen einer sorbischen religiĂśsen Literatur Mitte des 16. Jahrhunderts, kam es trotz aller politischen und Ăśkonomischen Schwierigkeiten nach dem DreiĂigjährigen Krieg zu einem AufblĂźhen des sorbischen Schrifttums und zur Festigung der sorbischen Sprache. Die stärkste kulturelle Aktivität gab es nach dem Krieg am nĂśrdlichen Rand des sorbischen Siedlungsgebietes, aufbauend und inspiriert durch die frĂźhen Arbeiten des Ăbersetzers und Philologen HandroĹĄ Tara (Andreas Tharaeus, 1570â1640), Pfarrherrn vom Friedersdorf im Amt Storkow.cite-ref-87[87] So wurde 1650 die erste sorbische Grammatik vom LĂźbbenauer Oberpfarrer Johannes Choinan verfasst, die durch zahlreiche Abschriften verbreitet wurde. Um diese Zeit erschien auch die erste sorbische Fibel von Juro Ermelius, Rektor der Calauer Stadtschule,cite-ref-88[88] sowie von 1653 bis 1656 vier religiĂśse sorbische Druckschriften, angefertigt von mehreren Geistlichen, hauptsächlich aus dem Amt Beeskow.cite-ref-89[89] Durch die einsetzenden MaĂnahmen zur Verdrängung des Sorbischen in der Niederlausitz und im Wendischen Distrikt der Kurmark, verlor das Gebiet an Bedeutung fĂźr die weitere kulturelle Entwicklung der Sorben und um die Wende zum 18. Jahrhundert trat an seine Stelle der Cottbusische Kreis und die Oberlausitz.
Im Cottbusischen Kreis wirkte der in Halle ausgebildete und vom Pietismus beeinflusste Geistliche Jan Bogumil Fabricius. Er war selbst kein Sorbe, erlernte aber in kĂźrzester Zeit die Sprache der Sorben und schuf mit seinen 1706 (Katechismus) und 1709 (Neues Testament) verĂśffentlichten Werken, finanziell unterstĂźtzt durch Friedrich I., den Grundstein fĂźr die niedersorbische Schriftsprache. Fabricius stieg später zum hĂśchsten geistlichen WĂźrdenträger im Kreis auf, wurde Oberpfarrer der Stadt Peitz und schlieĂlich Kircheninspektor von Cottbus.cite-ref-90[90] Zwischen 1706 und 1806 erschienen 45 niedersorbische BĂźcher im Cottbusischen Kreis, darunter die Ăbersetzung des Alten Testaments von Jan Bjedrich Fryco.cite-ref-2000kunze32-84-2[84]
In der Oberlausitz setzten sich fĂźhrende Vertreter der pietistischen Bewegung fĂźr die Verbreitung von religiĂśsem Schrifttum in der Volkssprache ein. Zugleich fĂźhrte die Konkurrenz der Konfessionen zu einem Wettstreit im Editieren von BĂźchern, um den Bereich der eigenen Konfession auszubauen bzw. zu erhalten. Auf evangelischer Seite gab 1706 MichaĹ Frencel (1628â1706), Pfarrer in GroĂpostwitz bei Bautzen, das Neue Testament heraus, in dem Dialekt, wie er in seiner Gemeinde gesprochen wurde, und begrĂźndete so die obersorbische Schriftsprache. Sein Sohn Abraham Frencel (1656â1740) setzte später sein Werk fort. Von 1688 bis 1707 wurde erstmals die komplette Bibel durch den rĂśmisch-katholischen Geistlichen Jurij HawĹĄtyn SwÄtlik (1650â1729) Ăźbersetzt â seine Fassung blieb allerdings ungedruckt â und schuf so die katholische Variante der obersorbischen Schriftsprache. Allein in den Jahren von 1688 bis 1728 erschienen in der Oberlausitz 31 Buchtitel in sorbischer Sprache, teilweise mit finanzieller UnterstĂźtzung der Stände.cite-ref-bahlcke283-82-1[82]
Wurde die Kulturentwicklung zunächst hauptsächlich von EinzelpersĂśnlichkeiten getragen, so entstanden ab Anfang des 18. Jahrhunderts erste Institutionen, die sich der FĂśrderung und Entwicklung der sorbischen Sprache, Kultur und Bildung widmeten. 1724 wurde das katholische Wendische Seminar in Prag, als Ausbildungsstätte fĂźr katholische Priester aus der Oberlausitz gegrĂźndet. Zu den Studenten zählte unter anderem Franc Jurij Lok, der später Dekan des katholischen Kapitels St. Petri in Bautzen wurde (1796â1831), und sich erfolgreich fĂźr die Volksbildung der Sorben einsetzte.cite-ref-91[91] Von Studenten der evangelischen Theologie wurde 1716 an der Universität Leipzig das Wendische Predigerkollegium und 1746 in Wittenberg die Wendische Predigergesellschaft zu Wittenberg ins Leben gerufen. Ebenfalls in Leipzig wurden 1766 die Lipske nowizny a wĹĄitkizny herausgegeben. Durch sorbische und deutsche Gelehrte wurde 1779 in GĂśrlitz die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften gegrĂźndet, welche die deutsch-sorbische Wechselseitigkeit im Zeichen der Aufklärung widerspiegelte. Als erster Deutscher beschäftigte sich Georg KĂśrner, Mitglied des Wendisches Predigerkollegiums, intensiv mit der sorbischen Sprache und verĂśffentlichte 1767 die Philologisch-kritische Abhandlung von der Wendischen Sprache und ihrem Nutzen in der Wissenschaft sowie 1768 ein sorbisch-deutsches WĂśrterbuch.cite-ref-92[92]
19. Jahrhundert
Unter dem Eindruck der FranzĂśsischen Revolution kam es kurz vor Ende des 18. Jahrhunderts zwischen 1790 und 1794 in beiden Lausitzen zu grĂśĂeren Bauernunruhen, welche in Teilen der Oberlausitz auch unmittelbar durch den groĂen sächsischen Bauernaufstand von 1790 ausgelĂśst wurden.cite-ref-93[93] An der Wende zum 19. Jahrhundert war das sorbische Siedlungsgebiet mit Schauplatz der Napoleonischen Kriege. Neben wiederholten groĂen TruppendurchzĂźgen, unter welchen die BevĂślkerung aller Teile der Lausitzen litten, kam es 1813 während der Befreiungskriege zur Schlacht bei Bautzen und weiteren Gefechten bei Luckau und Hoyerswerda.cite-ref-94[94] Mit Beendigung des Krieges und dem Wiener Kongress 1815 kam es zu einer territorialen Neugliederung Europas, von denen auch groĂe Teile des sorbischen Siedlungsgebietes betroffen waren. Die ehemalig zum KĂśnigreich Sachsen gehĂśrenden Gebiete der Niederlausitz und die nĂśrdliche und Ăśstliche Oberlausitz um Hoyerswerda, WeiĂwasser und GĂśrlitz fielen an PreuĂen. Dadurch wurde das bis dahin administrativ noch grĂśĂtenteils zusammengehĂśrige sorbische Siedlungsgebiet, was am Ende des 18. Jahrhunderts nur noch circa 7.000 km² umfasste, geteilt und mit 200.000 Sorben gehĂśrte der GroĂteil der sorbischen BevĂślkerung nun zu PreuĂen. Im verbliebenen sächsischen Teil der Oberlausitz lebten damals noch 50.000 Sorben.cite-ref-peter-kunze-2008-3-95-0[95]
Durch die Trennung der sorbischen BevĂślkerung in zwei Staaten und die Tatsache, dass die Sorben durch die Neugliederung in PreuĂen in fast allen Regierungsbezirken nun in der Minderheit waren, wurde die intellektuelle und kulturelle Entwicklung, speziell in der Niederlausitz, nachteilig beeinflusst und die Bildung einer eigenen Nation nahezu unmĂśglich gemacht.cite-ref-peter-kunze-2008-3-95-1[95] Die UnterdrĂźckung der sorbischen Sprache in PreuĂen wurde weiter verschärft und erreichte nach der ReichsgrĂźndung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen HĂśhepunkt. Aufgrund des gespannten deutsch-russischen Verhältnisses jener Zeit, wurde die Existenz einer slawischen nationalen Minderheit als Bedrohung fĂźr Deutschland angesehen. Mit der Billigung durch Reichskanzler Otto von Bismarck wurde im Deutschen Reich eine Phase der antisorbischen Repression eingeleitet. Im preuĂischen Teil der Oberlausitz kam es 1875 zu einem generellen Verbot der sorbischen Sprache in Schulen, 1885 zum Verbot des sorbischen Konfirmandenunterrichts in Schlesien und 1888 verbot das preuĂische Kultusministerium den sorbischen Sprachunterricht am Gymnasium in Cottbus. Sorbische Intellektuelle reagierten zwar auf diese Angriffe und versuchten den Widerstand gegen die eingeschlagene Sorbenpolitik zu erhĂśhen, dennoch beschleunigte sich die Assimilation der Niederlausitzer Sorben unter dem erhĂśhten Druck der Obrigkeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts erheblich.cite-ref-96[96]
Das 19. Jahrhundert war aber auch eine BlĂźtezeit der bĂźrgerlichen sorbischen Kultur, welche maĂgeblich von einzelnen obersorbischen PersĂśnlichkeiten getragen wurde. Die Sprachwissenschaftler und Verleger Jan PÄtr Jordan und Jan ArnoĹĄt Smoler waren Verfechter der nationalen Bewegungen der slawischen VĂślker und derer kulturellen Wechselseitigkeit. Sie waren bemĂźht um eine sorbische Rechtschreibreform, die die bisherige sehr uneinheitliche Rechtschreibung an die anderer slawischer VĂślker angleichen sollte und als wesentliche Bedingung fĂźr die Entwicklung einer einheitlichen sorbischen Literatur angesehen wurde. Jordan war zudem maĂgeblich an der Vorbereitung und DurchfĂźhrung des im Juni 1848 durchgefĂźhrten Slawenkongress in Prag beteiligt, an dem auch eine sorbische Delegation teilnahm und wo die panslawischen Farben festgelegt wurden, auf denen auch die Flagge der Sorben beruht. Smoler trug gemeinsam mit Joachim Leopold Haupt (1797â1883) und Handrij Zejler die bedeutende sorbische Liedersammlung âDie Volkslieder der Wenden in der Ober- und Nieder-Lausitzâ zusammen. Der Dichter Handrij Zejler gilt als BegrĂźnder der modernen sorbischen Literatur sowie er selbst als treibende Kraft und seine Werke als HĂśhepunkt der sorbischen nationalen Wiedergeburt, welche die sorbische Literaturentwicklung des 18. und 19. Jahrhunderts umfasst.cite-ref-br-zan1993-97-0[97] âDa Zejler die MĂśglichkeit eines sorbischen Nationalstaates ausschloĂ, war fĂźr ihn die nationale Emanzipation der Sorben gleichbedeutend mit dem Eintreten fĂźr die Konstituierung einer sorbischen bĂźrgerlichen Identität innerhalb eines deutschen Staatesâ,cite-ref-br-zan1993-97-1[97] was die Existenz des sorbischen Volkes seiner Ansicht nach sichern wĂźrde. Eine weitere herausragende PersĂśnlichkeit dieser Zeit war der mit Zejler befreundete sorbische Komponist Korla Awgust Kocor. Beide organisierten ab 1845 sorbische Gesangsfeste, die einen nachhaltigen Eindruck in der obersorbischen BevĂślkerung hinterlieĂen und zur Festigung der sorbischen Sprache und Kultur beitrugen.cite-ref-peter-kunze-2008-4-98-0[98]
1847 wurde in Bautzen die wissenschaftliche Gesellschaft MaÄica Serbska gegrĂźndet, was den HĂśhepunkt der Entfaltung des geistig-kulturellen sorbischen Lebens im Vormärz darstellte. Zu den GrĂźndungsmitgliedern zählten unter anderem Smoler und Zejler und die MaÄica Serbska entwickelte sich rasch zum Mittelpunkt der sorbischen Wissenschafts- und KulturbemĂźhungen; sie ist der älteste noch existierende sorbische Verein.cite-ref-peter-kunze-2008-4-98-1[98] Der sorbische Wissenschaftler ArnoĹĄt Muka, ebenfalls Mitglied der MaÄica Serbska, untersuchte in den Jahren 1880â1884 auf ausgedehnten Reisen den Zustand der sorbischen Sprache und Kultur in der Ober- und Niederlausitzcite-ref-99[99] und verĂśffentlichte danach seine Statistika ĹuĹžiskich Serbow (âStatistik der Lausitzer Sorbenâ). Nach Muka gab es zu diesem Zeitpunkt 160.000 Sorben, die in weiten Teilen der nĂśrdlichen Ober- sowie der Niederlausitz noch die BevĂślkerungsmehrheit stellten.cite-ref-elle2010-7-1[7]
20. und 21. Jahrhundert
Im Jahre 1904 Ăśffnete das Wendische Haus (Serbski dom) am Lauengraben in Bautzen seine Pforten. Am 12. Oktober 1912 wurde in Hoyerswerda der Dachverband der 31 sorbischen Vereine, die Domowina, gegrĂźndet. Sie fasste die nach 1848/49 entstandenen BĂźrger-, Bauern- und Bildungsvereine mit ihren rund 2.000 Mitgliedern zusammen und sollte das sorbische kulturelle Leben weiter festigen.
Weimarer Republik
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden Forderungen nach selbstständiger Verwaltung bis hin zu staatlicher Selbstständigkeit oder Anschluss an die Tschechoslowakei laut. ArnoĹĄt Bart, Vorsitzender der Domowina, fuhr mit diesem Anliegen zur Pariser Friedenskonferenz, was ihm im Nachgang eine Verurteilung wegen Landesverrats einbrachte.cite-ref-100[100] Die Weimarer Verfassung legte dann im Artikel 113 lediglich fest, dass die âfremdsprachigen Volksteile des Reiches [âŚ] durch die Gesetzgebung und Verwaltung nicht in ihrer freien volkstĂźmlichen Entwicklung, besonders nicht im Gebrauch ihrer Muttersprache beim Unterricht sowie bei der inneren Verwaltung und der Rechtspflege beeinträchtigt werdenâ dĂźrfen.
Im Jahre 1920 wurde von ArnoĹĄt Bart-BrÄzynÄanski, Jan Skala und anderen die Wendische Volkspartei gegrĂźndet, die jedoch weder im Landtag noch im Reichstag Mandate erringen konnte, obwohl sie in vielen sorbischen Gemeinden stärkste Kraft wurde. Sie setzte sich fĂźr die Ziele der sorbischen Nationalbewegung ein. Zusammen mit der Domowina und der wissenschaftlichen Vereinigung MaÄica Serbska bildeten sie 1925 den Wendischen Volksrat. Auch in dem 1924 gegrĂźndeten Verband der nationalen Minderheiten Deutschlands arbeiteten die Sorben mit.
In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Vereinigungen, Genossenschaften und eine sorbische Volksbank. Die demokratischen Verhältnisse der Weimarer Republik boten den Sorben nun bessere MÜglichkeiten, volkstßmliche Aktivitäten zu entfalten. Hier leisteten, besonders in der Oberlausitz, die zahlreichen sorbischen Vereine breite Kultur- und Bildungsarbeit.
Nationalsozialismus
Nachdem die NSDAP zunächst versucht hatte, die Sorben in die neuen Strukturen einzugliedern und fĂźr ihre Ziele zu vereinnahmen, sowie die Domowina in den Bund Deutscher Osten einzugliedern, änderte sich die Politik, nachdem klar wurde, dass die sorbischen Organisationen unter dem Domowina-Vorsitzenden PawoĹ Nedo sich dem widersetzten. Ab 1937 wurden alle sorbischen Vereinigungen verboten und der Gebrauch des Sorbischen in der Ăffentlichkeit stark eingeschränkt. Sorbische Lehrer und Geistliche wurden aus der Lausitz in weit entfernte Teile Deutschlands versetzt. Das Regime versuchte damit, das sorbische Volk zur Assimilation zu zwingen. Unter der sorbischen Intelligenz kam es zu systematischen Verhaftungen; einige ihrer aktivsten Vertreter wurden in Konzentrationslagern inhaftiert, manche erlebten die Befreiung nicht mehr (u. a. Maria GrollmuĂ, Alois Andritzki).
Im gleichen Zug wurde vor allem das Lausitzbild propagandistisch verändert, teils agrarromantisch (âLausitzbauernâ), dann auch mit industriell-modernen ZĂźgen unter Bezug auf die Braunkohle (âUmbruchâ).cite-ref-101[101]
Unmittelbare Nachkriegszeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Domowina eine der ersten Organisationen in der SBZ, deren Tätigkeit von der Sowjetischen Militäradministration zugelassen wurde, noch bevor es den besiegten Deutschen erlaubt war, wieder Organisationen zu grĂźnden. Denn, so Marschall Iwan Stepanowitsch Konew, das âkleine Volk, das auf dem Territorium Deutschlands lebt und im Faschismus soviel erdulden muĂte, verdiente es, unterstĂźtzt zu werden.âcite-ref-102[102] Nach ihrer WiedergrĂźndung am 10. Mai 1945 in Crostwitz nahm die Domowina erneut ihre Arbeit auf, mit dem Ziel, die sorbische Identität in der Lausitz zu erhalten und zu beleben. Zunächst war sie nur in der Oberlausitz tätig, weil die Wiederaufnahme der Arbeit in der Niederlausitz auf Betreiben der Brandenburger SED-Leitung unter Friedrich Ebert sowie des Cottbusser Landrats Franz Saisowa (SED) bis 1949 im Hinblick auf ihre angeblich separatistischen Bestrebungen nicht zugelassen wurde. Sorbische Aktivitäten wurden dort zunächst systematisch unterdrĂźckt, nationalbewusste Sorben Ăźberwacht und in einigen Fällen vorĂźbergehend in Haft genommen (z. B. Mina Witkojc). Der in Prag ansässige Lausitzisch-Sorbische Nationalausschuss (ĹuĹžisko-serbski narodny wubÄrk) unter FĂźhrung von Pfarrer Jan CyĹž und Jurij CyĹž sah die Zukunft der Sorben zunächst tatsächlich in ihrer Anbindung an die Tschechoslowakei bzw. in staatlicher Unabhängigkeit und lehnte eine Zusammenarbeit mit deutschen BehĂśrden grundsätzlich ab. Die Domowina setzte hingegen recht bald, zumal auch die Sowjetunion kein Interesse an einem von der SBZ getrennten Sorbengebiet hatte, auf den Verbleib in einem deutschen Staatswesen und ordnete sich ab März 1946 der politischen Linie der KPD unter; im Herbst 1946 stimmte sie der Vereinigung von SPD und KPD zur SED und der Aufstellung einheitlicher Wahllisten zu.
Der Konflikt zwischen den beiden sich als Vertreter des sorbischen Volkes betrachtenden Organisationen fĂźhrte im Dezember 1946 dazu, dass zum Allslawischen Kongress in Belgrad zwei sorbische Delegationen anreisten. Auch darĂźber hinaus standen die Sorben in den vier Jahren bis zur GrĂźndung der DDR in regem Kontakt mit anderen slawischen Ländern, nicht nur mit Polen und der Tschechoslowakei. Auf der SchadĹşowanka, einer regelmäĂig stattfindenden Zusammenkunft sorbischer Studenten, lud 1946 ein Vertreter der jugoslawischen Militärmission die Brigaden der Sorbischen Jugend (Serbska mĹodĹşina) auf den Balkan ein. Jugoslawien war zu dieser Zeit der einzige verbliebene Staat, der die Forderungen der Sorben nach politischer Autonomie offen unterstĂźtzte. Die Jugendorganisation unter FĂźhrung von Jurij BrÄzan war zu diesem Zeitpunkt noch unabhängig und nicht in den Weltbund der Demokratischen Jugend eingebunden. Nach dem Bruch der Beziehungen zwischen Moskau und Belgrad fanden keine weiteren Besuche statt. Die Sorbische Jugend wurde im Dezember 1948 in die FDJ eingegliedert.
Die FlßchtlingsstrÜme von vertriebenen Deutschen aus Schlesien, dem Sudetenland und anderen ehemals deutsch besiedelten Gebieten setzten das sorbische Siedlungsgebiet unter starken Druck. War Sachsen zunächst nur Durchgangsgebiet fßr Flßchtlinge, wurde es von der sowjetischen Administration im März 1946 zum Siedlungsgebiet erklärt. Laut einer Statistik der Domowina waren viele vormals sorbische DÜrfer binnen kurzem zu mehr als 20, manche sogar zu mehr als 50 Prozent von deutschsprachigen Flßchtlingen bewohnt.cite-ref-103[103] In der Folge wurden vor allem im evangelischen Teil des sorbischen Gebietes in zahlreichen Orten die sorbischen Gottesdienste durch deutsche ersetzt; Sorbisch wurde von der Alltags- zur Privatsprache. In den katholischen Gemeinden wurden die meisten Zugezogenen dagegen durch die Sorben assimiliert.
Im Mai 1947 wurde der Domowina von den sowjetischen BehĂśrden die Einrichtung einer sorbischen Druckerei erlaubt; im Oktober wurde sie schlieĂlich als alleinige Interessenvertreterin der Sorben anerkannt. Somit bewegte sich die sorbische Bewegung immer weiter auf die Linie der SED zu. Bei einem Treffen zwischen der Domowina-FĂźhrung unter PawoĹ Nedo und den SED-Vorsitzenden Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck wurden beinahe alle Vorschläge der Domowina, darunter die Schaffung einer Verwaltungseinheit Lausitz und die Anerkennung der Sorben als Volk, abgelehnt. Die Lausitz blieb weiterhin geteilt und den Sorben wurde lediglich der Status eines âVolksteilsâ zuerkannt.
Am 23. März 1948 wurde vom Sächsischen Landtag das âGesetz zur Wahrung der Rechte der sorbischen BevĂślkerungâ verabschiedet, das erstmals den Anspruch der Sorben auf FĂśrderung ihrer Sprache und Kultur festschrieb. 1950 wurde es durch Verordnung auch im Land Brandenburg eingefĂźhrt, nachdem die Domowina dort erst ein Jahr zuvor auf massiven Druck der sowjetischen Administration und der Berliner SED-FĂźhrung hin ihre Arbeit wieder hatte aufnehmen dĂźrfen.
DDR-Zeit
In den frĂźhen 50er Jahren wurde die Eingliederung der Sorben in den sozialistischen Staatsapparat weiter vorangetrieben. Der bisherige Domowina-Vorsitzende Nedo hatte sich der Hinwendung zum Marxismus-Leninismus zwar nicht offen in den Weg gestellt, aber immer wieder auch die nationalen Rechte des sorbischen Volkes angemahnt. Er wurde im Dezember 1950 durch Kurt KrjeĹc, einen Altkommunisten, ersetzt, der die Domowina in den folgenden Jahren zu einer Satellitenorganisation der SED umbaute, deren Kernaufgabe nicht mehr der Erhalt und die FĂśrderung sorbischer Kultur, sondern die Eingliederung der Sorben in den Sozialismus war. In der Geschichtsschreibung wurde besonders die Rolle der âsorbischen Werktätigenâ betont, jene anderer Gruppen, z. B. die der fĂźr die nationale Bewegung wichtigen Geistlichen und KleinbĂźrger, dagegen heruntergespielt. Dennoch blieb die sorbische Dachorganisation unter strenger Beobachtung durch das Ministerium fĂźr Staatssicherheit; es war die Rede von ânationalistischen und titoistischen Umtriebenâ.cite-ref-104[104] PersĂśnlichkeiten wie PawoĹ Nowotny (Leiter des Instituts fĂźr sorbische Volksforschung) und PawoĹ Nedo, aber auch bekennende Kommunisten wie Jurij BrÄzan standen wegen mĂśglicher âantistaatlicher Aktivitätenâ unter Ăberwachung. Bis in die 70er Jahre hinein wurden verschiedene sorbische PersĂśnlichkeiten wegen ihres Protests gegen die Ausweitung der Tagebaue und den Bau von GroĂkraftwerken in der Lausitz oder gegen die Einrichtung von LPGen im sorbischen Gebiet, sowie später wegen verdächtiger Kontakte zur tschechoslowakischen Intelligenz Ăźberwacht und in Einzelfällen inhaftiert.
Eine Rolle spielten die Sorben auch im Prozess der Anerkennung der Deutschen Demokratischen Republik durch Jugoslawien in den fßnfziger Jahren (in dessen Folge die Bundesrepublik Deutschland die Beziehungen zu Jugoslawien aufgrund des Alleinvertretungsanspruchs der BRD abbrach). Die DDR entsprach damals der Forderung Josip Broz Titos, in der einzurichtenden Botschaft in Belgrad einen bestimmten Prozentsatz an sorbischen Mitarbeitern zu beschäftigen. So wurde unter anderem ein Sorbe zum Chefdolmetscher der Botschaft ernannt. Kurze Zeit nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen am 15. Oktober 1957 wurden diese allerdings wieder zurßckgerufen.cite-ref-105[105]
Offiziell wurde das sorbische Volk in Artikel 40 der DDR-Verfassung von 1968 als nationale Minderheit anerkannt. FĂźr die BerĂźcksichtigung der sorbischen Interessen wurden in den jeweiligen DDR-Ministerien Abteilungen fĂźr die sorbischen Belange eingerichtet (z. B. Kultur und Innenpolitik) und staatliche wissenschaftliche Institutionen (Neu: Institut fĂźr sorbische Volksforschung; Wiedereinrichtung: Institut fĂźr Sorabistik an der Universität Leipzig) geschaffen. Um eine Gleichstellung der sorbischen BevĂślkerung zu sichern, wurden verschiedene juristische Regelungen erlassen. So wurden der sorbische Schulunterricht und die zweisprachige Beschriftung von Ăśffentlichen Einrichtungen und StraĂenschildern im deutsch-sorbischen Gebiet eingefĂźhrt.
Trotzdem war die offizielle Politik gegenĂźber den Sorben weiter von ideologischer Bevormundung und Kontrolle geprägt, wenngleich eine gewisse Eigenständigkeit gewahrt bleiben konnte. Im Vergleich mit nationalen Minderheiten anderer Länder konnten sich hier die sorbische Kultur und die Wissenschaft in einer Ăźberdurchschnittlichen Breite entwickeln. Dennoch vollzog sich der RĂźckgang des Sorbischen als Alltagssprache so schnell wie selten zuvor. DafĂźr gab es neben der allgemeinen Tendenz zur Assimilation auch zahlreiche politische GrĂźnde: Sowohl das zunächst ambitionierte Bildungsprogramm als auch die praktische UnterstĂźtzung der Zweisprachigkeit durch offizielle Stellen wurden bereits ab 1958 nach dem RĂźcktritt von Fred OelĂner schrittweise wieder zurĂźckgenommen. An den neu eingerichteten A-Schulen (Schulen mit sorbischer Unterrichtssprache) wurden naturwissenschaftliche Fächer ab 1962 wieder auf Deutsch gelehrt; die Losung âDie Lausitz wird zweisprachigâ war bereits mit Fred OelĂner aus der Ăffentlichkeit verschwunden. Auf Druck vor allem der zugezogenen Energiearbeiter wurde schlieĂlich 1964 auch der sorbische Fremdsprachenunterricht in den B-Schulen fakultativ. Lernten 1962 noch 12.800 SchĂźler Sorbisch, waren es Ende 1964 nur noch 3200, Ende der 60er Jahre sogar weniger als 3000. Die SchĂźlerzahl in A-Schulen blieb dagegen nahezu konstant.cite-ref-106[106]
Die Kollektivierung der Landwirtschaft zerstĂśrte mit den traditionellen FamilienhĂśfen den einzigen Wirtschaftszweig, in dem Sorbisch noch Alltagssprache war. Die Einrichtung von rein sorbischen LPGen wurde abgelehnt; in der Praxis wurden mehrheitlich sorbische Genossenschaften meist von Deutschen geleitet. Ebenso abgelehnt wurde die vorgeschlagene Einrichtung von sorbischen Brigaden in den Lausitzer Kohlekraftwerken. Ăber vorhandene Probleme zwischen Deutschen und Sorben konnte nicht offen diskutiert werden, da eine Kritik an der DDR-Nationalitätenpolitik und eine Thematisierung der Unterschiede zwischen staatlichem Ideal und der in langer Tradition wurzelnden latenten Sorbenfeindlichkeit nicht erwĂźnscht war.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108]
Zudem erlitt die sorbische Kultur in der Zeit nach 1945 nachhaltige Schäden durch die kriegsbedingte Massenzuwanderung von deutschsprachigen Vertriebenen und später Facharbeitern, die ZerstĂśrung weiter Gebiete durch den Braunkohletagebau, die Verstädterung sowie schlieĂlich die angestrebte Entkirchlichung (die sorbische Identität wurde wesentlich Ăźber die religiĂśse Praxis gewahrt), der sich fast ausschlieĂlich die katholischen Sorben zu widersetzen wussten.
Diese Rahmenbedingungen, denen sich die Domowina als Vertreterin der Sorben nicht entgegenstellen konnte, bei deren Durchsetzung sie allerdings auch eine aktive Rolle spielte, fßhrten zu einem starken Rßckgang der sorbischen BevÜlkerung zwischen 1945 und 1990. Während die DDR offiziell immer von 100.000 AngehÜrigen des Volkes sprach, wies der Forscher Ernst Tschernik schon 1955 darauf hin, dass es vermutlich noch 80.000 Sorben gebe, mit stark sinkender Tendenz.cite-ref-109[109] Sein Bericht durfte nie verÜffentlicht werden. Schon kurz nach der Wiedervereinigung korrigierte man jedoch die Schätzungen auf 40.000 bis 60.000. Es ist also davon auszugehen, dass sich die Zahl der Sorben während der DDR-Zeit halbiert hat.
Erst 1987 nahm die Domowina wieder Kontakt zu den sorbischen Geistlichen beider Konfessionen auf, nachdem ihr Erster Sekretär hatte zugeben mĂźssen, dass etwa die Hälfte der Mitglieder Protestanten und 20 Prozent Katholiken sind. Die jahrzehntelange Periode, während der viele â vor allem gläubige â Sorben die ârote Domowinaâ als âVerräterin der sorbischen Interessenâ betrachtet hatten, hinterlieĂ jedoch Spuren in ihrer Ăśffentlichen Wahrnehmung und fĂźhrte nach der Wiedervereinigung zu einem massiven Mitgliederschwund.cite-ref-110[110]
Nach der Wiedervereinigung
Neue politische Rahmenbedingungen ergaben sich mit dem Ende der DDR auch fĂźr die Sorben. Die Domowina sprach sich in einer Erklärung im März 1990 fĂźr die deutsche Einheit aus. Im selben Jahr erĂśffnete auch das Wendische Haus in Cottbus. 1991 konstituierte sich die Domowina nach demokratischen Prinzipien neu. Als gemeinsames staatliches Instrument des Bundes und der beiden Länder Brandenburg und Sachsen wurde die Stiftung fĂźr das sorbische Volk (ZaĹoĹžba za serbski lud) ebenfalls 1991 eingerichtet.
Nach der Jahrtausendwende kam es wiederholt zu Protestaktionen der sorbischen BevĂślkerung, unter anderem gegen die SchlieĂung der Sorbischen Mittelschule in Crostwitz (2001) oder die KĂźrzungspläne von Bundesregierung und brandenburgischer Landesregierung bei der FĂśrderung der sorbischen Bildung, Kultur und Wissenschaft (2008). Im Jahr 2009 erregte ein Gutachten des Instituts fĂźr kulturelle Infrastruktur unter Leitung von Matthias Theodor Vogt die GemĂźter, in dem eine teils radikale Umstrukturierung der sorbischen Institutionen, unter anderem auch die Schaffung eines sorbischen Parlaments, angeregt wurde.
Bis in die jĂźngste Vergangenheit waren durch den Braunkohleabbau seitens der LEAG DĂśrfer im sorbischen Siedlungsgebiet von Zwangsumsiedlung betroffen oder bedroht, so zum Beispiel die Ortschaften Rohne und Mulkwitz der Gemeinde Schleife, sorbische Orte mit eigenem Dialekt und Brauchtum.cite-ref-111[111] Beim Nachbarort MĂźhlrose hält die LEAG an der seit 2007 geplanten Inanspruchnahme ab etwa 2030 und der Umsiedlung des Ortes fest. Ăber die Zukunft von Proschim hatte sich die LEAG nach der Ăbernahme des Tagebaus Welzow-SĂźd zunächst nicht geäuĂert, jedoch schlieĂt der seit 2019 in Brandenburg gĂźltige Koalitionsvertrag die Umsiedlung weiterer Orte fĂźr den Braunkohletagebau aus.
Von 2008 bis 2017 war mit Stanislaw Tillich zum ersten Mal ein katholischer Sorbe Regierungschef Sachsens.
Seit 2014 weisen verschiedene Stellen auf eine steigende Zahl rechtsextremer Ăbergriffe auf Sorben hin.cite-ref-112[112]
Sorbische Symbole
Eine Flagge der Sorben wurde zuerst 1842 erwähnt. Nach dem Panslawischen Kongress, der 1848 in Prag stattfand, erhielt sie ihre heutige Farbgebung. Die Flagge der Sorben wurde von den Nationalsozialisten 1935 verboten, seit dem 17. Mai 1945 aber wieder offiziell von der Domowina verwendet. In den Flaggengesetzen der Deutschen Demokratischen Republik wurde die Sorbenflagge nicht erwähnt, in Verordnungen der Räte der Bezirke Cottbus und Dresden wurde jedoch ihre Verwendung fßr besondere Anlässe und Feiertage reguliert.
Die sorbische Hymne ist das Lied âRjana ĹuĹžicaâ (âSchĂśne Lausitzâ), welches auf ein 1845 von Korla Awgust Kocor vertontes Gedicht Handrij Zejlers zurĂźckgeht.
In der Verfassung des Freistaates Sachsen sowie im Sorben/Wenden-Gesetz (SWG) des Landes Brandenburg ist heute geregelt, dass die sorbische Hymne und die sorbische Flagge gleichberechtigt neben staatlichen Symbolen gefĂźhrt werden kĂśnnen.
Rechte der Sorben in Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland und die damalige DDR sprachen sich im Einigungsvertrag fĂźr eine Bestandssicherung der Sorben aus.
Einigungsvertrag â Protokollnotiz (Nr. 14) zum Artikel 35:
âDie Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik erklären im Zusammenhang mit Artikel 35 des Vertrags:
1. Das Bekenntnis zum sorbischen Volkstum und zur sorbischen Kultur ist frei.
2. Die Bewahrung und Fortentwicklung der sorbischen Kultur und der sorbischen Traditionen werden gewährleistet.
3. AngehĂśrige des sorbischen Volkes und ihre Organisationen haben die Freiheit zur Pflege und zur Bewahrung der sorbischen Sprache im Ăśffentlichen Leben.
4. Die grundgesetzliche Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund und Ländern bleibt unberĂźhrt.â
Die Rechte der Sorben sind verfassungsrechtlich in den Landesverfassungen von Brandenburg und Sachsen, sowie im Gerichtsverfassungsgesetz verankert. So garantiert die Verfassung des Landes Brandenburg in Artikel 25 (Rechte der Sorben/Wenden) und die Verfassung des Freistaates Sachsen in Artikel 5 (Das Volk des Freistaates Sachsen) und Artikel 6 (Das sorbische Volk) das Recht auf Bewahrung ihrer nationalen Identität, Sprache, Religion und Kultur. Die sächsische Verfassung definiert zudem die sächsischen BĂźrger sorbischer VolkszugehĂśrigkeit als âgleichberechtigten Teil des Staatsvolksâ.
Die Ausgestaltung der Rechte regelt das Gesetz Ăźber die Ausgestaltung der Rechte der Sorben/Wenden im Land Brandenburg (SWG)cite-ref-113[113] vom 7. Juli 1994 sowie das Gesetz Ăźber die Rechte der Sorben im Freistaat Sachsen (Sächsisches Sorbengesetz â SächsSorbG)cite-ref-114[114] vom 31. März 1999. So werden unter anderem im angestammten Siedlungsgebiet die zweisprachige Beschriftung von Verkehrszeichen und die zweisprachige Beschilderung im Ăśffentlichen Raum geregelt (SWG § 11 bzw. SächsSorbG § 10). Vom Grundsatz der deutschen Gerichtssprache â § 184 Satz 1 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) â abweichend, erlaubt § 184 S. 2 GVG innerhalb der Heimatkreise der sorbischen BevĂślkerung die Benutzung der sorbischen Sprache vor Gericht.
Sorben in Literatur, Film und Fernsehen
Literatur
Theodor Fontane beschreibt in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg (1862â1889) neben der Geschichte auch die Lebensweise, Sitten und die Tracht der Sorben (Wenden) in der Niederlausitz. In Wilhelm BĂślsches Gegenwartsroman Die MittagsgĂśttin von 1891 sind die Schauplätze unter anderem im Spreewald im damaligen noch hauptsächlich Niedersorbisch sprechenden Dorf Lehde.cite-ref-115[115] Ferner heiĂt der 2007 erschienene Roman Die Mittagsfrau von Julia Franck nach der bekannten sorbischen Sagengestalt. Der erste Teil des Romans behandelt die Kindheit von Martha und Helene in Bautzen, deren sorbisches Hausmädchen die Ursache fĂźr die geistige Umnachtung der Mutter im Fluch der Mittagsfrau vermutet.
Film und Fernsehen
In der DDR entstanden Dokumentarfilme wie 1956 unter dem Titel Wie die Sorben den Maibaum aufstellen und 1990 Leben am FlieĂ â W BĹotach. Der Animationsfilm Als es noch Wassermänner gab der DEFA beruht auf einem sorbischen Märchen und beschäftigt sich unter anderem mit sorbischen Hochzeitsbräuchen. Im ZDF wurde 2010 der Kriminalfilm Der Tote im Spreewald ausgestrahlt. Eine der Hauptfiguren ist der Sohn einer traditionsbewussten sorbischen Familie, der sich seinen kulturellen Wurzeln nicht verbunden fĂźhlt. Mit dem Film wurde einem breiten Publikum die sorbische Kultur nähergebracht, wobei aber auch die Heimat- und Minderheiten-Problematik reflektiert wird.cite-ref-116[116]cite-ref-117[117]
Das Minet â Minderheitenmagazin strahlte 2007 auf RAI 3 (Sender Bozen) eine Sendung Ăźber die Sorben mit dem Titel Die Sorben â ein slawisches Volk in Deutschland aus.cite-ref-118[118] Radiotelevisiun Svizra Rumantscha hat im Rahmen der Serie Minoritads en lâEuropa (Minderheiten in Europa) ebenfalls im Jahre 2007 den Film Ils Sorbs en la Germania da lâost Ăźber die Sorben in Deutschland realisiert.cite-ref-119[119] Der Dokumentarfilm Sorben ins Kino! von Knut Elstermann (2020) handelt von sorbischen Filmschaffenden, unter anderem in der Produktionsgruppe Sorbischer Film.cite-ref-120[120]
In der Serie Straight Outta Crostwitz, die 2022 exklusiv in der ARD Mediathek erschienen ist, spielt Jasna Fritzi Bauer die Sorbin Hanka.cite-ref-121[121] Diese singt gemeinsam mit dem Vater sorbische Volkslieder, mÜchte aber eigentlich Rap-Musik machen. Die als Dramedy erzählte Emanzipationsgeschichte umfasst vier Episoden, die zwischen neun und zwÜlf Minuten lang sind. Gedreht wurde auch in der Lausitz.cite-ref-122[122]
Am 18. April 2024 startete die Dokumentation Bei uns heiĂt sie Hanka in den Kinos. Der Film der Regisseurin Grit Lemke befasst sich mit der Suche nach der sorbischen Identität.cite-ref-123[123]cite-ref-124[124]
Siehe auch
⢠einschlieĂlich sorbischer Themen.
Weblinks
Allgemein
Commons
: Sorben
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Sorbe
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Sorbische SprichwĂśrter
â Zitate
⢠Stiftung fĂźr das sorbische Volk â offizielle Webpräsenz
⢠Domowina â Bund Lausitzer Sorben (Dachverband)
⢠Project Rastko Lusatia, Digitale Bibliothek ßber die Lausitzer Sorben des Projekts Rastko (serbisch/mehrsprachig)
⢠Sorbische Online-Karte (sorbisch/deutsch)
⢠Die kleine Sprachgeschichte: Sorbisch auf Deutschlandradio Kultur 26. Juli 2012
⢠Das Wendische Museum Cottbus
⢠Das sorbische Volk â Brandenburgische Landeszentrale fĂźr politische Bildung
⢠Sorbischer KĂźnstlerbund e. V./ Zwjazk serbskich wumÄĹcow z. t.
⢠ĹuĹžycafilm â Netzwerk sorbisch-deutscher Filmschaffender
Forschung und Lehre
⢠Sorbisches Institut Bautzen
⢠Institut fßr Sorabistik der Universität Leipzig
⢠WITAJ-Sprachzentrum
Medien
⢠Onlinepräsenz der Serbske Nowiny
⢠Obersorbisches Radio im MDR
⢠Obersorbisches Fernsehen im MDR
⢠Niedersorbisches Radio im RBB
Literatur
⢠Richard Andree: Das Sprachgebiet der Lausitzer Wenden vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Prag 1873.
⢠Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Herrschaft, Gesellschaft und Kultur vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. 2. Auflage. Leipziger Universitätsverlag, 2004, ISBN 3-935693-46-X.
⢠Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben. Band 1: Von den Anfängen bis 1789. In: Jan Ĺ oĹta: Geschichte der Sorben: Gesamtdarstellung. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1977.
⢠BoŞidar Dobrucky: Die sorbische bildende Kunst. In: Bildende Kunst, Berlin, Heft 5+6/1954, S. 90/91.
⢠Karl-Markus GauĂ: Die sterbenden Europäer. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂźnchen 2002, ISBN 978-3-423-30854-0.
⢠Peter Kunze: Die Sorben/Wenden in der Niederlausitz. 2. Auflage. Domowina-Verlag, Bautzen 2000, ISBN 3-7420-1668-7.
⢠Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Ăberblick. 5. Auflage, Domowina Verlag, Bautzen 2017, ISBN 978-3-7420-2413-8.
⢠Andy Räder, Grit Lemke: Sorbische Filmlandschaften. Serbske filmowe krajiny. Bertz und Fischer, 2024, ISBN 978-3-86505-424-1.
⢠Thomas Pastor: Die rechtliche Stellung der Sorben in Deutschland. Domowina-Verlag, Bautzen 1997, ISBN 3-7420-1717-9.
⢠Jasper von Richthofen (Hrsg.): Besunzane â Milzener â Sorben. Die slawische Oberlausitz zwischen Polen, Deutschen und Tschechen. Schriftenreihe der Städtischen Sammlungen fĂźr Geschichte und Kultur GĂśrlitz N. F. Band 37, GĂśrlitz / Zittau 2004, ISBN 978-3-932693-90-8.
⢠Franz SchÜn, Dietrich Scholze (Hrsg.): Sorbisches Kulturlexikon. Domowina-Verlag, Bautzen 2014, ISBN 978-3-7420-2229-5.
⢠Jan Ĺ oĹta, Hartmut Zwahr: Geschichte der Sorben. Band 2: Von 1789 bis 1917. In: Jan Ĺ oĹta: Geschichte der Sorben: Gesamtdarstellung. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1974.
⢠Dietrich Scholze: Die Sorben in Deutschland. Sieben Kapitel Kulturgeschichte. Lusatia Verlag, Bautzen 1993, ISBN 3-929091-11-9.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Ministerium fĂźr Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg: Sorben (Wenden). (Memento vom 5. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-22. â Ludwig Elle: Wie viele Sorben gibt es â noch? Oder: Kann und soll man Minderheiten zählen? In: Elka Tschernokoshewa, Ines Keller (Hrsg.): Dialogische Begegnungen: Minderheiten â Mehrheiten aus hybridologischer Sicht, Hybride Welten. Band 5. Waxmann, MĂźnster 2011, ISBN 978-3-8309-2421-0, S. 214.
cite-note-33. â Ludwig Elle: Territorium, BevĂślkerung, demografische Prozesse im deutsch-sorbischen Gebiet. Projekat Rastko â LuĹžica; abgerufen am 22. September 2012.
cite-note-44. â Leszek Belzyt: Die Zahl der Sorben in der amtlichen Sprachenstatistik vor dem Ersten Weltkrieg. In: Hans Henning Hahn, Peter Kunze (Hrsg.): Nationale Minderheiten und staatliche Minderheitenpolitik in Deutschland im 19. Jahrhundert. Oldenbourg Akademieverlag, Berlin 1999, ISBN 3-05-003343-6, S. 157â170.
cite-note-sewc2-55. â Heinz Schuster-Ĺ ewc: Das Sorbische â eine slawische Sprache in Deutschland. In: Akademie-Journal 2/2001 âSprachen in Europaâ. Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, S. 31â35 (Digitalisat [Memento vom 7. Juli 2016 im Internet Archive; PDF, 173 kB]).
cite-note-66. â Jana Schulz: Das Sorbische als Minderheitensprache: Last oder Herausforderung? In: Christel Stolz (Hrsg.): Neben Deutsch â Die autochthonen Minderheiten- und Regionalsprachen Deutschlands. Universitätsverlag Brockmeyer, Bochum 2009, ISBN 978-3-8196-0730-1, S. 103â120.
cite-note-elle2010-77. â Ludwig Elle: Sorben-demographische und statistische Aspekte. In: Matthias Theodor Vogt, JĂźrgen Neyer, Dieter Bingen, Jan Sokol (Hrsg.): Minderheiten als Mehrwert. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-60239-3, S. 309â318.
cite-note-88. â P. Manske, I. Schilka: Warum nicht mehr als 100 Menschen noch kompetent Niedersorbisch sprechen. In: rbb24 Antenne Brandenburg. 7. April 2025, abgerufen am 30. Mai 2025.
cite-note-heinsohn-99. â Gunnar Heinsohn: Ein kanadischer Joker im Ărmel der Sorben. In: Matthias Theodor Vogt, JĂźrgen Neyer, Dieter Bingen, Jan Sokol (Hrsg.): Minderheiten als Mehrwert. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-60239-3, S. 557 f.
cite-note-1010. â Robert Lorenz: âWir bleiben in Klittenâ: Zur Gegenwart in einem ostdeutschen Dorf. LIT Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1644-5, S. 38.
cite-note-1212. â Laut Volkszählung 1900, siehe Ernst Tschernik: Die Entwicklung der Sorbischen BevĂślkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 34.
cite-note-1313. â Martin Walde: Stichwort Katholische Region. In: Franz SchĂśn, Dietrich Scholze (Hrsg.): Sorbisches Kulturlexikon, Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 175â179.
cite-note-151. Satzung der Domowina â Bund Lausitzer Sorben e. V. Abgerufen am 20. November 2017.
cite-note-1616. â Regionalverbände und Mitgliedsvereine der Domowina. Domowina (Zwjazk ĹuĹžiskich Serbow z.t. â ZwÄzk ĹuĹžyskich Serbow z.t. â Bund Lausitzer Sorben e. V.), abgerufen am 18. Oktober 2012.
cite-note-stiftung-gef-rderte-einrichtungen-1717. â Domowina â Bund Lausitzer Sorben e. V. Stiftung fĂźr das sorbische Volk, abgerufen am 18. Oktober 2012.
cite-note-stiftung-geschichte-1818. â Geschichte und Satzung. Stiftung fĂźr das sorbische Volk, abgerufen am 19. Oktober 2018.
cite-note-1919. â Stiftung fĂźr das sorbische Volk â Finanzierung. Homepage der Stiftung, abgerufen am 30. August 2012.
cite-note-2020. â Stiftung fĂźr das sorbische Volk â FĂśrderung sorbischer Institutionen. Homepage der Stiftung, abgerufen am 30. August 2012.
cite-note-2121. â Minderheit â Die Sorgen der Sorben. Der Tagesspiegel 29. Mai 2008, abgerufen am 26. September 2012.
cite-note-2222. â RĂźdiger Trenkler: Bautzen â Protestdemo gegen Kulturabbau fĂźr das Sorbische National-Ensemble. (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive) LausitzNEWS.de, 19. März 2010.
cite-note-2323. â Abkommen Ăźber die Finanzierung der Stiftung des sorbischen Volkes unterzeichnet. Seehofer: âWertvolle Arbeit der Stiftung ist auch in Zukunft auskĂśmmlich finanziertâ. In: bmi.bund.de. Bundesministerium des Innern, fĂźr Bau und Heimat, 20. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.
cite-note-2424. â Geschichte der Sorben im 17.â18. Jahrhundert. (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) Wendisches Museums Cottbus 2008.
cite-note-2525. â Christoph Links: Das Schicksal der DDR-Verlage â Die Privatisierung und ihre Konsequenzen. Christoph Links Verlag â LinksDruck, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-523-2, S. 64â65.
cite-note-2626. â Smolerâsche Verlagsbuchhandlung, Domowina-Verlag GmbH, abgerufen am 19. Oktober 2018.
cite-note-2727. â Sorbische Schulen in Sachsen. Staatsministerium fĂźr Kultus â Schuljahr 2011/12, abgerufen am 30. August 2012.
cite-note-2828. â Allgemein bildende Schulen im Land Brandenburg. (Memento vom 6. Januar 2013 im Webarchiv archive.today) Elektronisches Schulverzeichnis des Ministeriums fĂźr Bildung, Jugend und Sport â Schuljahr 2011/2012.
cite-note-2929. â Sorbischer Schulverein e. V. (SSV). Abgerufen am 30. August 2012.
cite-note-3030. â Dietrich Scholze: Literatur. In: Franz SchĂśn, Dietrich Scholze (Hrsg.): Sorbisches Kulturlexikon. Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 223â228.
cite-note-mirtschin-3131. â Maria Mirtschin: Sorbische bildende Kunst. Projekat Rastko â LuĹžica, abgerufen am 29. August 2012.
cite-note-3232. â Mirko Kolodziej: Lutki-Kompanie aus Ton im Schloss (Memento vom 24. Mai 2021 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 7. Juni 2008, abgerufen am 29. August 2012.
cite-note-3333. â vgl. zum Folgenden: Jan Raupp: Sorbische Musik. Ein Abriss in Wort und Bild. Domowina Bautzen 1966 (auch 1978, 1986)
cite-note-3434. â Sorbische Musikkultur (PDF) Universität Potsdam
cite-note-kobjela-3535. â Detlef Kobjela: Sorbische Musikkultur. In: Madlena Norberg, Peter Kosta (Hrsg.): Sammelband zur sorbischen/wendischen Kultur und Identität (= Potsdamer Beiträge zur Sobastik. Nr. 8). Universitätsverlag, Potsdam 2008, ISBN 978-3-940793-35-5, S. 70â79 (kobv.de [PDF; 89 kB]).
cite-note-3636. â Ulrike Elsner: Das Sorbische an sorbischer Musik (Memento vom 24. Mai 2021 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 20. Oktober 2015.
cite-note-3737. â Instagram. Abgerufen am 14. Dezember 2025.
cite-note-3838. â Hendrik Lasch: Die das ÂťWakuumÂŤ fĂźllen. Abgerufen am 14. Dezember 2025.
cite-note-3939. â mdr.de: Mehr als Tracht und Tradition: Das ist sorbische Subkultur | MDR.DE. Abgerufen am 14. Dezember 2025.
cite-note-4040. â rbb24.de: KĂźnstlerkollektiv bringt die erste queere Vogelhochzeit auf die BĂźhne. 24. Januar 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025.
cite-note-4242. â SubSorb â serbska subkultura auf kufa-hoyerswerda.de; abgerufen am 18. Dezember 2025.
cite-note-4343. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 15â25.
cite-note-peter-kunze-2008-4444. â Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Ăberblick. Bautzen 2008, S. 9â17.
cite-note-4545. â Andreas Kusternig, Herbert Haupt, Herwig Wolfram: Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts. Die vier BĂźcher der Chroniken des sogenannten Fredegar (Buch 2, Kapitel 53 bis Buch 4, unwesentlich gekĂźrzt). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982, ISBN 3-534-01414-6, Fredegar IV 68, S. 238â239.
cite-note-brankack64-70-4646. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 64â70.
cite-note-schlesinger-4747. â Walter Schlesinger: Die Verfassung der Sorben. In: Mitteldeutsche Beiträge zur deutschen Verfassungsgeschichte des Mittelalters. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 1961, ISBN 978-3-525-36134-4, S. 7â23.
cite-note-4848. â Dietrich Scholze: Sorben. In: Franz SchĂśn, Dietrich Scholze (Hrsg.): Sorbisches Kulturlexikon. Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 368â370
cite-note-4949. â Sebastian Brather: Archäologie der westlichen Slawen: Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im frĂźh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-020609-8, S. 121â129.
cite-note-5050. â Christian LĂźbke: Das Ăśstliche Europa. Die Deutschen und das europäische Mittelalter. Siedler, MĂźnchen 2004, ISBN 3-88680-760-6, S. 21â32.
cite-note-5151. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 49â54.
cite-note-5252. â Hagen Keller, Gerd Althoff: Handbuch der deutschen Geschichte in 24 Bänden. 10. Auflage. Band 3: Die Zeit der späten Karolinger und der Ottonen (888â1024). Klett-Cotta, 2008, ISBN 978-3-608-60003-2, S. 131â135.
cite-note-5353. â Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neisse vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag Berlin, 1985, S. 335â337.
cite-note-5454. â Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neisse vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag Berlin, 1985, S. 337â345.
cite-note-5555. â Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Mit einem lateinisch-deutschen Quellenanhang. BĂśhlau Verlag, KĂśln 2007, ISBN 978-3-412-17106-3, S. 35â43.
cite-note-5656. â Gertraud Eva Schrage: Die Oberlausitz bis zum Jahr 1346. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 55â58.
cite-note-5757. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 89â97.
cite-note-5858. â Joachim Henning: Archäologische Forschungen an Ringwällen in Niederungslage: die Niederlausitz als Burgenlandschaft des Ăśstlichen Mitteleuropa im frĂźhen Mittelalter. In: J. Henning, A. T. Ruttkay (Hrsg.): FrĂźhmittelalterlicher Burgenbau in Mittel- und Osteuropa. Bonn 1998, S. 9â29 (online).
cite-note-5959. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 104â106.
cite-note-6060. â Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neisse vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag Berlin, 1985, S. 367â376.
cite-note-6161. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 114â119.
cite-note-hschulze-6262. â Hans K. Schulze: Der Anteil der Slawen an der Mittelalterlichen Siedlung nach deutschem Recht in Ostmitteldeutschland. In: Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter. 1. Auflage. BĂśhlau Verlag, KĂśln 2006, ISBN 3-412-15602-7, S. 21â35.
cite-note-kunze-bahlcke2004-6363. â Peter Kunze: Geschichte und Kultur der Sorben in der Oberlausitz. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 272â278.
cite-note-6464. â Gertraud Eva Schrage: Die Oberlausitz bis zum Jahr 1346. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 66â79.
cite-note-kunze2000-1-6565. â Peter Kunze: Die Sorben/Wenden in der Niederlausitz. Bautzen 2000, S. 13â20.
cite-note-6666. â Hans K. Schulze: Der Anteil der Slawen an der Mittelalterlichen Siedlung nach deutschem Recht in Ostmitteldeutschland. In: Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter. 1. Auflage. BĂśhlau Verlag, KĂśln 2006, ISBN 3-412-15602-7, S. 36â38.
cite-note-schich-6767. â Winfried Schich: Slawen und Deutsche im Gebiet der Germania Slavica. In: Wieser-Enzyklopädie des europäischen Ostens. Band 12: Karl Kaser, Dagmar Gramshammer-Hohl, Jan M. Piskorski, Elisabeth Vogel (Hrsg.): Kontinuitäten und BrĂźche: Lebensformen â Alteingesessene â Zuwanderer von 500 bis 1500. Wieser, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-85129-512-2, S. 404â411 (Digitalisat als PDF; 1 MB).
cite-note-6868. â Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neisse vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 1985, S. 419â425.
cite-note-6969. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 128â137.
cite-note-7070. â Hans K. Schulze: Slavica lingua penitus intermissa â Zum Verbot des Wendischen als Gerichtssprache. In: Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter. 1. Auflage. BĂśhlau Verlag, KĂśln 2006, ISBN 3-412-15602-7, S. 39â52.
cite-note-7171. â Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neisse vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag Berlin, 1985, S. 452â464.
cite-note-7272. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 128â137 und S. 182â185.
cite-note-7373. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 158â161.
cite-note-pk35ff-7474. â Peter Kunze: Sorbische Reminiszenzen aus Forst und Umgebung. In: LÄtopis. Band 53, 2006, Heft 1, S. 35 ff., Ludowe nakĹadnistwo Domowina, BudyĹĄin/Bautzen 2006
cite-note-peter-kunze-2008-2-7575. â Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Ăberblick. Bautzen 2008, S. 25â29.
cite-note-7676. â Peter Kunze: Geschichte und Kultur der Sorben in der Oberlausitz. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 279.
cite-note-7777. â B. Donke: Es bewahrt sein Geheimnis. In: Lausitzer Rundschau. 27. November 2003 (online (Memento vom 24. Mai 2021 im Internet Archive)).
cite-note-7878. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 186â191.
cite-note-kunze-bahlcke2004-2-7979. â Peter Kunze: Geschichte und Kultur der Sorben in der Oberlausitz. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 280 f.
cite-note-8080. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 192â195.
cite-note-8181. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 227â231.
cite-note-bahlcke283-8282. â Peter Kunze: Geschichte und Kultur der Sorben in der Oberlausitz. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 283â285.
cite-note-8383. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 235f und S. 260â263.
cite-note-2000kunze32-8484. â Peter Kunze: Die Sorben/Wenden in der Niederlausitz. Bautzen 2000, S. 32â34
cite-note-8585. â Peter Kunze: Die preuĂische Sorbenpolitik 1815â1847, Schriftenreihe des Instituts fĂźr sorbische Volksforschung Nr. 52, VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1978
cite-note-8686. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 267â268.
cite-note-8787. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 217f.
cite-note-8989. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 237â241.
cite-note-9090. â Jan BrankaÄk, Frido MÄtĹĄk: Geschichte der Sorben, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1789. Bautzen 1977, S. 274.
cite-note-9191. â Jan Ĺ oĹta, Hartmut Zwahr: Geschichte der Sorben, Bd. 2: Von 1789 bis 1917. Bautzen 1974, S. 49â51.
cite-note-9292. â Peter Kunze: Geschichte und Kultur der Sorben in der Oberlausitz. In: Joachim Bahlcke: Geschichte der Oberlausitz. Leipzig 2004, S. 285 f.
cite-note-9393. â Jan Ĺ oĹta, Hartmut Zwahr: Geschichte der Sorben, Bd. 2: Von 1789 bis 1917. Bautzen 1974, S. 19â30.
cite-note-9494. â Jan Ĺ oĹta, Hartmut Zwahr: Geschichte der Sorben, Bd. 2: Von 1789 bis 1917. Bautzen 1974, S. 39â44.
cite-note-peter-kunze-2008-3-9595. â Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Ăberblick. Bautzen 2008, S. 39â42.
cite-note-9696. â Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Ăberblick. Bautzen 2008, S. 52â56.
cite-note-br-zan1993-9797. â Simon BrÄzan: Deutsche Aufklärung und sorbische nationale Wiedergeburt: Eine literaturgeschichtliche Studie zur deutsch-sorbischen Wechselseitigkeit. 1. Auflage. Domowina-Verlag, Bautzen 1993, ISBN 3-7420-0818-8, S. 101 ff.
cite-note-peter-kunze-2008-4-9898. â Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Ăberblick. Bautzen 2008, S. 46â48.
cite-note-9999. â Jan Ĺ oĹta, Hartmut Zwahr: Geschichte der Sorben, Bd. 2: Von 1789 bis 1917. Bautzen 1974, S. 182.
cite-note-100100. â Peter Schurmann: Autonomiebestrebungen. In: Franz SchĂśn, Dietrich Scholze (Hg.): Sorbisches Kulturlexikon. Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 20â23
cite-note-101101. â Als Analyse vgl. Ulf Jacob, Sorben, Wenden, Spreewaldbauern, 2005, S. 7 ff.
cite-note-102102. â Blume in der Sonne. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1974, S. 68 (online).
cite-note-103103. â âSorbenstatistik 1946â, zusammengestellt durch die Domowina, in: Sorbisches Kulturarchiv im Sorbischen Institut Bautzen, MS/XVIII3
cite-note-104104. â âNationalistische und titoistische Umtriebe unter den Sorbenâ, Memorandum von Erich Mielke, Direktive Nr. 4/51, 13. Dezember 1951, BStU, MfS GVS 42/51
cite-note-105105. â Bericht in âWuhladkoâ, Sendung Nr. 100 vom 10. April 2010
cite-note-106106. â Peter Barker: âSorbische Interessen, die DDR und der kalte Krieg (1945â1971)â, in: LÄtopis 56 (2009) 2, S. 29â43, Ludowe nakĹadnistwo Domowina, BudyĹĄin 2010
cite-note-107107. â Martin Walde: Katholisches versus evangelisches Milieu bei den Sorben. In: LÄtopis. Band 53, 2006, Heft 2, S. 15 ff., Ludowe nakĹadnistwo Domowina, BudyĹĄin/Bautzen 2006
cite-note-108108. â Peter Barker: Kirchenpolitik und ethnische Identität. In: LÄtopis. Band 53, 2006, Heft 1, S. 52 ff., Ludowe nakĹadnistwo Domowina, BudyĹĄin 2006.
cite-note-109109. â Ernst Tschernik: âDie gegenwärtigen demographischen, volkskundlichen und sprachlichen Verhältnisse in der zweisprachigen sorbischen Lausitzâ, Sorbisches Kulturarchiv XXXII, 22D
cite-note-110110. â Ludwig Elle: Ideologie und Domowina in der DDR. In: LÄtopis Band 57, 2010, Heft 1, S. 32â49, Ludowe nakĹadnistwo Domowina, BudyĹĄin 2010.
cite-note-111111. â Internetseite der von der Teilortsumsiedlung Rohne / Mulkwitz betroffenen BĂźrger. (Memento vom 3. August 2009 im Internet Archive) Abgerufen am 31. August 2012.
cite-note-112112. â Sophie Herwig: âScheiĂ Sorbenâ, brĂźllen sie. In: ZEIT Online, 3. Februar 2019, abgerufen am 4. Februar 2019 = ZEIT im Osten Nr. 6/2019
cite-note-113113. â Gesetz Ăźber die Ausgestaltung der Rechte der Sorben/Wenden im Land Brandenburg (Sorben/Wenden-Gesetz â SWG) vom 7. Juli 1994 (GVBl. I S. 294)
cite-note-114114. â Text des Sächsischen Sorbengesetzes
cite-note-115115. â Wilhelm BĂślsche: Die MittagsgĂśttin. Ein Roman aus dem Geisteskampfe der Gegenwart (1891). In: Gerd-Hermann Susen (Hrsg.): Wilhelm BĂślsche, Werke und Briefe (Wissenschaftliche Ausgabe). Werke: Band 2. Weidler Buchverlag, Berlin 2005, ISBN 3-89693-236-5. Siehe auch: Wilhelm BĂślsche WERKE und BRIEFE. Weidler Buchverlag Berlin; abgerufen am 30. August 2012.
cite-note-116116. â Andreas Thiemann: Extrem DĂźster: âDer Tote im Spreewaldâ. Westfalenpost, 25. Oktober 2009, abgerufen am 13. Juli 2015.
cite-note-118118. â Die Sorben â ein slawisches Volk in Deutschland. minetTV 2007, abgerufen am 30. August 2012.
cite-note-119119. â Ils Sorbs en la Germania da lâost â esser sorb è ina confessiun. RTR Radiotelevisiun Svizra Rumantscha 2007, abgerufen am 2. Februar 2017 (Eintrag auf Swissbib)
cite-note-120120. â Sorben ins Kino! Auf der Suche nach dem sorbischen Film. FilmFestival Cottbus 2022 â Festival des osteuropäischen Films, abgerufen am 10. Dezember 2022.
cite-note-121121. â Straight Outta Crostwitz â Videos der Sendung. In: ARD Mediathek. Abgerufen am 19. April 2022.
cite-note-122122. â Neue Serie mit Jasna Fritzi Bauer: âStraight Outta Crostwitzâ. In: mdr.de. Abgerufen am 19. April 2022.
cite-note-123123. â mdr.de: "Bei uns heiĂt sie Hanka": Film zur sorbischen Identität startet im Kino | MDR.DE. Abgerufen am 18. April 2024.
cite-note-124124. â Pro-idea s r o / www.pro-idea.cz: Bei uns heisst sie Hanka | metaInfo. Abgerufen am 14. Dezember 2025.